100 Betten und ein Frühstücksraum: Motel-Pläne für Holzheim im Ampfinger Gemeinderat

Auf diesem Grundstück zwischen einem Fischgeschäft und einer Tiergroßhandlung soll das Motel entstehen. (hra)

Gemeinde tauscht Grundstück und knüpft Bauvorhaben an Bedingugen: Der Investor muss die Geschossflächenzahl einhalten und hat für genügend Stellplätze zu sorgen

Von Hans Rath

Ampfing – 54 Zimmer, 100 Betten und ein Frühstücksraum: Das sind die nackten Zahlen des Motels, das ein Investor in Holzheim bauen will. Mit einer entsprechenden Voranfrage beschäftigte sich der Gemeinderat Ampfing in seiner jüngsten Sitzung.

Grundstückstausch nicht einstimmig

Im Außenbereich sollen 58 Stellplätze und ein Busparkplatz entstehen. Doch der Grund der Bauanfrage betraf die Tiefgarage mit ihren geplanten 48 Stellplätzen, genauer genommen die Zufahrt. Für diese gibt es nämlich zwei Varianten. Die Variante Nummer eins sieht die Zufahrt an der Südseite des geplanten Motels vor.

Planer bevorzugt Zufahrt über die Ostseite

Alternativ, so sieht es Variante zwei vor, könnte sie auch an der Ostseite entstehen. Diese Variante bevorzugt auch der Planer, da auf diese Weise zum einen mehr Stellplätze in der Tiefgarage entstehen könnten und auf der anderen Seite die Anbindung an die bestehende Straße günstiger wäre.

Auch Eintragung eines Fahrtrechts für den Hotelbesitzer kommt in Frage

Allerdings müsste die Gemeinde Ampfing eine Grünfläche von 55 Quadratmetern verkaufen, auf der zudem eine Trafostation steht. Es käme aber auch ein Grundstückstausch in Frage beziehungsweise die Eintragung eines Fahrtrechts für den Hotelbesitzer. In einem Beschluss in dieser Bauanfrage stimmten 16 Gemeinderäte für den Grundstückstausch, Rainer Stöger, Andrea Weiner und Christian Ott von Bündnis 90/Die Grünen waren dagegen.

Geschossflächenzahl liegt bei 0,7

Als wichtiger Punkt schloss sich bei der Diskussion um das Motel die Diskussion um die Geschossflächenzahl (GFZ) an. Diese gibt an, wie stark ein Grundstück bebaut wird und setzt das Verhältnis der Geschossfläche zur Grundstücksfläche in Relation. Laut dem für Holzheim gültigen Bebauungsplan sollte sie bei 0,7 liegen. Das bedeutet, dass 70 Prozent der Gesamtfläche bebaut werden dürften.

Durch Grundstückstausch und Verzicht auf das dritte Obergeschoß alles im Soll

Nach dem vorliegendem Bauantrag würde die GFZ um fast 40 Prozent überschritten, was eine Ablehnung der Bauaufsichtsbehörde zur Folge haben würde. Durch den im Vorgang beschlossenen Grundstückstausch und zusätzlich durch den Verzicht auf das dritte Obergeschoss kann die GFZ allerdings auf die geforderten 0,7 gesenkt werden.

Verwaltung hat Bedenken_ Lkw-Situation könnte sich verschlimmern

Die Verwaltung der Gemeinde gab im Anschluss zu bedenken, dass in Holzheim trotz eines geltenden Parkverbots unerlaubt LKWs abgestellt würden. Ein Motel könnte diese Situation noch verschlimmern.

Dazu folgten dann mehrere Wortbeiträge: Stefan Gillhuber (CSU) sieht das Projekt grundsätzlich positiv, vor allem, weil es seiner Ansicht nach im Landkreis einen Bedarf an Hotelzimmern gebe. Nur die wenigsten Hoteliers im Umkreis könnten die Gäste eines Reisebusses unterbringen, so Gillhuber. Auch würden die günstigen Verkehrsanbindung für den Bau des Motels sprechen

Bubendorfer-Licht: „Es gibt einen gesteigerten Bedarf an Hotelbetten im Landkreis!“

In das selbe Horn stieß die Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht (FDP), die einen gesteigerten Bedarf an Hotelbetten im Landkreis erkannt haben wollte. Sie sieht keine Problematik in puncto Parken, „da LKW-Fahrer in der Regel nicht in einem Motel übernachten“.

Investor muss Stellplätze nachweisen

Die Grünenpolitikerin Andrea Weiner betrachtete die Angelegenheit jedoch kritisch, da es keine Wege für Fußgänger oder Radfahrer in die Ortsmitte gebe. Auch würde der Wasserbedarf enorm steigen. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) beruhigte sie. Die Wasserversorgung sei gesichert, ortsansässige Großbetriebe hätten einen höheren Wasserverbrauch.

Manche blieben spektisch: Kein einstimmiges Votum

Letztendlich wurde in dieser Bauanfrage die Zustimmung der Gemeinde nur in Aussicht gestellt, wenn die Festsetzungen des Bebauungsplanes eingehalten und die erforderlichen Stellplätze nachgewiesen werden. Eine Befreiung oder Überschreitung der Geschossflächenzahl könne prinzipiell nicht gewährt werden.

Unter diesen Voraussetzungen stimmten 14 Gemeinderäte der Bauanfrage zu, dagegen waren Rainer Stöger, Andrea Weiner und Christian Ott von Bündnis 90 /Die Grünen sowie Katrin Trautmannsberger und Bernhard Kneissl von der UWG.

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