Betroffene sammeln 900 Unterschriften gegen den A94-Lärm

CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber (links) bekommt stellvertretend von Josef Platschka (rechts) und weiteren Mitgliedern der Bürgerinitiative die Unterschriftenlisten überreicht. Sutherland

Seit die neue Teilstrecke der A94 zwischen Dorfen und Heldenstein in Betrieb ist, mehren sich die Klagen der Bewohner in der Region gegen den Lärm. Die Folge: Anwohner sammelten in und um die Gemeinden Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen 900 Unterschriften.

Mühldorf/Ampfing – Die Aktion soll zeigen, dass derLärm der Autobahn für die Betroffenen über das normale Maß hinausgehe. Stellvertretend überreichte Josef Platschka die Listen nun an Dr. Marcel Huber als Vertreter des bayerischen Landtages – verbunden mit der Hoffnung und dem Auftrag, er möge sich für einen verbesserten Lärmschutz einsetzen. Dicht gedrängt standen die betroffenen Anwohner in Dr. Hubers Büro.

Nicht nur Einzelpersonen betroffen

Dieser zeigte sich positiv überrascht von der großen Anzahl der Unterschriften. Das beweise, dass nicht Einzelpersonen sich gestört fühlten, sondern eine breite Bevölkerung, die „normal wohnen“ wolle.

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Huber erläuterte zudem die weitere Vorgehensweise. Zunächst gelte es, die Tatsachen festzustellen. Aktuell fänden Lärmmessungen statt. Wenn die Grenzwerte eingehalten werden, müsse man sehen, wer in der Lage sei, dennoch etwas zu unternehmen. Bei eingehaltenen Richtlinien dürfe die öffentliche Hand nicht nachbessern, erklärte der CSU-Abgeordnete. Dann müsse geklärt werden, was technisch machbar sei und wer es finanziere. Er habe bereits mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer gesprochen. Zudem fühlen sich laut Dr. Huber die CSU-Landtagskollegin Ulrike Scharf und die Landräte zuständig. Für das weitere Vorgehen seien die Unterschriftenlisten jedenfalls eine gute Argumentationshilfe.

Was sind die Gründe für den Lärm?

Dr. Marcel Huber fragte die Betroffenen nach den möglichen Ursachen für den Lärm. Die Anwohner nannten Lastwagen, Brücken, Motorräder, Schnellfahrer und die Wetterlage als Gründe. „Der Lärm zieht wie durch einen Kamin zu uns herein“, stellte beispielsweise Bernhard Folger fest. „Eine Glaswand bringt nichts, der Lärmschutz ist zu niedrig“, beschwerte sich Renate Myrth. Und Petra Kamhuber fügte hinzu: „Ich habe mit Arbeitern von einer Firma aus Österreich gesprochen. Die haben den Kopf geschüttelt, wie man eine Autobahn mit so schlechtem Lärmschutz bauen kann.“

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Dr. Marcel Huber bat, die Beschwerden schriftlich festzuhalten. Die anwesenden Bürgermeister Franz Ehgartner (Obertaufkirchen) und Rainer Greilmeier (Rattenkirchen), bat er Planskizzen zu verteilen. Ehgartner sagte dies zu und betonte, die Anwesenden hätten auch die Unterstützung der Gemeinderäte.

Renate Myrth überreichte außerdem einen Antrag für den Kreistag.

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