Berufsschüler parken in Wildwest-Manier

Wolfgang Baierlein

Mühldorf. – Das Thema Verkehr und die Parkplatzsituation in der Innenstadt und dem Umfeld waren die Schwerpunkte der Diskussion bei der letzten Bürgerversammlung im Haberkasten.

Erik Liebrecht: „Wie kommt es zu der Überquerungshilfe in der Main straße. Keiner der Nachbarn wurde gefragt oder informiert. Ich habe ein Halteverbotsschild direkt vor meiner Einfahrt, an dem ich kaum vorbei komme. Große Lastwagen oder die Feuerwehr dürften an der Überquerungshilfe Schwierigkeiten haben.

Bürgermeisterin Marianne Zollner: Wir können natürlich im Vorfeld einer solchen Maßnahme nicht alle Anwohner fragen. Die Verkehrssituation in der Main straße ist gefährlich, es wird schnell gefahren, es gab auch schon einen tödlichen Unfall. Der Bau der Überquerungshilfe ist natürlich so berechnet, dass auch Feuerwehrfahrzeuge oder Lastwagen durchkommen.

Wilfried Rahe:Für Radfahrer ist es am Stadtplatz und in der Innenstadt nicht schön. Man kommt zwar durchs Altöttinger Tor rein, auf der anderen Seite aber nicht raus. Ein Vorschlag für die Innbrücke: Die Stadt sollte auf beiden Seiten Radverkehr in beide Richtungen erlauben. So viele Fußgänger sind dort nicht unterwegs und es fahren eh schon viele in beide Richtungen.

Zollner: Man kommt aus dem Stadtplatz wieder raus, wenn man absteigt und schiebt. Den Vorschlag für die Innbrücke prüfen wir, Gegenverkehr ist aber auch gefährlich.

Wolfgang Baierlein: Seit der Baumaßnahme an der Berufsschule an der Innlände sind keine Parkplätze mehr für Schüler da. Jetzt parken sie in Wildwest-Manier. Abbiegen von der B 12 ist nur unter Lebensgefahr möglich, weil alles zugeparkt ist.

Zollner: Für die Berufsschule ist der Landkreis zuständig, er muss die Stellplatzvorgabe erfüllen. Es gibt eine Tiefgarage. Wir werden das Thema noch einmal ansprechen.

Baierlein: Die ganze Verkehrspolitik ist katastrophal. Die kleine Ostumfahrung, die Sie bauen wollen, führt mitten durch ein Wohngebiet, die Planung ist zu kurz gesprungen, die Stadt wächst ohne Maß.

Zollner: Wir haben begonnen, die Entwicklung zu steuern, wir haben gebremst. Aber das wirkt natürlich nicht von heute auf morgen, weil die Weichen schon früher gestellt wurden. Die Entwicklung bekommt jetzt aber einen Plan und ein Maß. So haben wir die Planung für das Frixinger Feld schon ganz nach hinten geschoben.

Anton Huber: Wird das Baugebiet Richtung Hammer ausgewiesen?

Zollner: Nein, das kommt wohl eher nicht.

Jutta Bauernfeind: Wie lange ist die Herzog-Friedrich-Straße noch gesperrt? Seit der Sperrung herrscht in den Kaiser-Ludwig-Straße Chaos. Kann die Stadt dort vielleicht ein zeitweises Parkverbot einrichten?

Zollner: Die Bauarbeiten dauern bis Februar, so lange bleibt die Sperrung. Für die Kaiser-Ludwig-Straße suchen wir eine Lösung.

Johann Lichtenecker: Wie viele Asylbewerber leben in Mühldorf und wie geht es mit der Unterbringung im Spital weiter?

Zollner: Das zweite Obergeschoss im Spital mussten wir räumen, dort darf sich niemand mehr aufhalten. Dadurch sind es 27 Plätze weniger, etwas 45 Menschen leben noch im Spital. Die Verträge mit der Regierung für das Gebäude laufen noch bis 2020, für den hinteren Bereich etwas länger. Danach wird es für beide Teile keine Anschlussverträge mehr geben. Ingesamt geht die Zahl der Flüchtlinge zurück und damit auch der Bedarf.

Kurt Bimsberger: Wann wird dem Erweiterungswunsch des Norma-Marktes stattgegeben?

Zollner: Die gute Nachricht ist: Der Norma-Markt am Zentralparkplatz bleibt, wenn er erweitern kann. Das werden wir ermöglichen. Zur Zeitfrage: Es kommt darauf an, wie schnell wir im Stadtrat planen können. Wir brauchen einen Stufenplan mit dem Bau eines Parkhauses, das erstellt werden kann, bevor das Hallenbad abgerissen wird. Dann könnte auch die Norma schon erweitern.

Siehe auch den weiteren Bericht über die Bürgerversammlung im Haberkasten auf Seite 11.

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