AFD MÜHLDORF

AfD bekennt sich zu Populismus

Der AfD-Mitbegründer Dr. Konrad Adam referierte in Buchbach über Islam. In Buchbach deshalb, weil Gastwirt Erwin Hinterecker die Durchführung der Parteiveranstaltung in seinem Ampfinger Hof kurzfristig abgelehnt hatte.

Buchbach – Für Adam, dem Mitbegründer der AfD vor drei Jahren, ist die Aussage, die AfD sei eine „politische Protestpartei, kein Vorwurf. „Wir sind auch Populisten“, sagte Adam bei einer Veranstaltung im Gasthaus Stoiber in Sterneck. Schließlich hätten AfD-Politiker nicht vergessen, dass die Regierung dem Volk verantwortlich sei. Der Regierung Merkel bescheinigte Adam „Prinzipienlosigkeit“, zudem sei Merkel eine „Kanzlerdiktatorin“.

Angesichts der Flüchtlingssituation sagte Adam, „Freiheit sei ohne Sicherheit nicht viel wert“. Beim Zusammenleben müssten Gäste die Regeln des Gastlandes respektieren und nicht umgedreht, sagte der AfD-Funktionär im Rahmen des Vortrages zum Thema „Macht der Islam uns reicher oder ärmer?“

Der Islam kennt nach Adams Auffassung „keine Gleichheit, Toleranz oder Gewaltenteilung“. Predigt und Politik seien dort eines. Adam sagte auch, es sei nicht Aufgabe der Europäer, einen Euro-Islam zu schaffen. Dies sollten Muslime unter sich ausmachen. „In Europa stehen sie in unserer Schuld.“

Die AfD stehe in Europa nicht alleine dar, ist Adam überzeugt. Er verwies auf Parteien wie die Front National in Frankreich, die österreichische FPÖ oder die belgische Vlaams Belang. „Der Widerstand wächst in ganz Europa.“ Auch in der AfD würden europäische Werte und Wurzeln nicht vergessen.

Adam sieht dies im Gegensatz zu einer Regierung, die das Recht beuge, das Volk täusche und das Parlament missbrauche. „Wir brauchen eine Opposition, die den Namen verdient“ – dies ist für Adam eine Konsequenz der aktuellen Lage.

Aus den Reihen der an die 40 Besucher kam neben Kritik vor allem an der Bundeskanzlerin auch die Forderung, die AfD solle sich auf lokaler Ebene und im Landkreis stärker engagieren.

AfD sagt: Auf Wirt wurde Druck ausgeübt

Das Gasthaus Stoiber gewährte der AfD für die Veranstaltung Asyl, nachdem der ursprüngliche Veranstaltungsort, das Gasthaus Hinterecker in Ampfing, der Partei nach eigenen Angaben zwei Tage vor der Veranstaltung abgesagt hatte. Die AfD sprach davon, auf den dortigen Gastwirt sei Druck ausgeübt worden. In diesem Zusammenhang greift die AfD den stellvertretenden Mühldorfer SPD-Ortsvorsitzenden Christopher Plöderl an, der das Gasthaus aufgrund der ursprünglich dort geplanten AfD-Veranstaltung im Internet mit einer negativen Bewertung versehen haben soll.

Wolfgang Wiehle, stellvertretender Vorsitzender des AfD-Bezirks Oberbayern, sagte, die AfD könne nicht mit der politischen Fairness ihrer Gegner rechnen. Die AfD hatte in der Vergangenheit schon in München Absagen von Gastwirten erhalten.

Wiehle warnte vor schnellen Koalitionen mit etablierten Parteien und erinnerte an die Hamburger Schill-Partei, die Anfang des Jahrhunderts in Hamburg schnell über 19 Prozent der Stimmen erreicht hatte, aber dann in einer Koalition über den Tisch gezogen worden und darauf verschwunden sei.

Nachdem Besucher Zweifel an korrekten Wahlergebnissen geäußert hatten, sagte Wiehle, AfD-Mitglieder könnten sich in den Gemeinden als Wahlhelfer eintragen lassen.

Kommentare