Stiftung Ecksberg in Mühldorf baut denkmalgeschützten Hof für 5 Millionen Euro zu Café und Förderstätte um

Gründungsarbeiten: Damit der 100 Jahre alte Stall für Bäckerei und Förderstätte genutzt werden kann, müssen vor allem die Fundamente der Säulen ertüchtigt werden. Honervogt

Die Stiftung Ecksberg in Mühldorf saniert den 100 alten Gutshof, um dort zwei neue Gruppen der Förderstätte, eine Bäckerei und ein Café unterzubringen – ein Ort, an dem Menschen mit und ohne Behinderung willkommen sein sollen.  

Mühldorf – Aufwendig ist die Sanierung des alten Stalls. Vor allem die Pfeiler tragen nach 100 Jahren die Last des Gewölbes nicht mehr sicher, zu klein ist ihr Fundament. Das zu erweitern und die Last auf die gesamte Bodenplatter zu übertragen, ist nun gelungen, dem weiteren Bau steht nichts im Wege, sagte Stiftungsvorstand Dr. Alexander Skiba bei der Vorstellung der Pläne.

Teures Unterfangen

„Es hätte aber günstigere Möglichkeiten gegeben, ein Bäckereigebäude zu errichten“, erklärte der zweite Vorstand, Stefan Reiter. Trotz der Kosten von insgesamt knapp fünf Millionen Euro setzt Ecksberg mit der Sanierung des Stalls die Wiederherstellung der alten Hofstatt fort.

Zwei Gruppen à zehn Plätzen zusätzlich

Auf etwa zwei Drittel der Fläche im Stall wird die Ecksberger Förderstätte um zwei Gruppen mit je zehn Plätzen erweitert. „Mit den neuen Förderstättenplätzen werden attraktivere Angebote für Menschen mit schwerer geistiger und körperlicher Behinderungen geschaffen“, sagte Skiba. In der Förderstätte werden Schwerstbehinderte außerhalb ihres Wohnraums betreut, damit auch sie eine Möglichkeit haben, einer einfachen Tätigkeit nachzugehen.

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Wichtiger Teil des Umbaus ist die Errichtung einer Bäckerei samt Ladens und Cafés. Mit den dort unter Leitung des bekannten Bäckers Georg Auer hergestelten Brezn und Brote soll nicht nur die Stiftung mit ihren 600 Bewohnern und 1000 Mitarbeitern versorgt werden. „Wir bauen ein Café, in das jeder gerne kommen kann“, betonte Reiter.

Vertreter der Stiftung Ecksberg und der Firmen beim symbolischen Spatenstich. Wenn die Arbeiten im jetzt angeschlagenen Tempo weitergehen, sollen sie bis kommenden Sommer abgeschlossen sein.

Direkt am Inntal-Radweg am Rande der Stiftung Ecksberg gelegen und mit ausreichend Parkplätzen ausgestattet, soll es zu einem Anziehungspunkt und einer Begegnungstätte werden. Im nächsten Sommer 2020 soll es öffnen.

Den Betrieb übernehmen die Ecksberger Integrationsbetrieben (EIB), in denen Behinderte und Nichtbehinderte in Wäscherei, Transportgewerbe oder Reinigungsdienst arbeiten. 50 Mitarbeiter hat der Betrieb derzeit, mit der Bäckerei und Café sollen acht bis zehn neue Arbeitsplätze dazukommen.

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Besonderen Wert legt Stiftungsvorstand Skiba auf die Bioqualität der Produkte, die in der Bäckerei hergestellt und verkauf werden. Die meisten Rohstoffe kommen nach seinen Angaben aus dem Landwirtschaftsbetrieb der Stiftung beziehen, der seit rund 30 Jahren Getreide nach Bioland-Richtlinien erzeuge und neuerdings auch Eier aus Freilandhaltung anbiete.

Rohstoffe nach ökologischen Kriterien angebaut

„Insofern wird die Bäckerei Waren anbieten, deren Rohstoffe nach ökologischen Kriterien erzeugt werden und weitestgehend in der Region wachsen sind“, sagte Skiba. „Neben dem sozialen Ansatz der Inklusionsfirma verfolgt das Konzept somit auch regionale und Nachhaltigkeitsaspekte.“ Das Café wird 40 Sitzplätze bieten und auch eine Terrasse.

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