Bedrohte Art beschützt

Das Bild zeigt Biologin Martina Mitterer, die Leiterin der Umweltstation Wiesmühl mit Außenbereich Übersee, vor der blühenden Blumenwiese. gillitz

Wiesmühl/Alz –. Gut bestellt scheint es um die Vielfalt der Wildbienen im Umweltgarten der Umweltstation Wiesmühl mit Außenstelle Übersee zu sein.

Anfang Juni startete hier die Bestandsaufnahme der Wildbienen durch den Experten Johann Neumayer. Der erste Eindruck war sehr vielversprechend.

Mit dem Volksbegehren 2019 haben die heimischen Insekten, vor allem die Honigbiene, aber auch ihre wilden, weitgehend unbekannten Verwandten die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen gebührt. Sie sind wichtige Glieder im Ökosystem Erde und tragen durch ihre Bestäubungsarbeit wesentlich zur Ernte bei. Ein Drittel der weltweiten Nahrungsproduktion hängt direkt oder indirekt von der Arbeit der Bienen ab. Ohne diese Bestäubungsarbeit würde es viele Obst- und Gemüsesorten nicht mehr geben.

Doch wie sieht es hier in der Region mit dem Bestand der Wildbienen aus? Blütenreiche Feld- und Wiesenraine und Wiesen sind rar. Lediglich auf landwirtschaftlich kaum nutzbaren Flächen und auf hoch gelegenen Almen können sich Wildpflanzen etablieren. Sie sind für viele Wildbienenarten Nahrungsgrundlage. Es besteht eine untrennbare Vernetzung von Blüten- und Bestäubungsvielfalt. Von den über 560 heimischen Wildbienenarten stehen viele bereits auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Ein Meer an verschiedenen Blüten, vielseitigem Nistmaterial wie Lehm, Sand, Erde und Harz sowie ein reichstrukturiertes Gelände mit offenen Bodenstellen, sandigen Flächen, morschem Totholz, verholzten Pflanzenstängeln und Schneckenhäuschen bescheren der Insektenwelt am Umweltgarten der Umweltstation Wiesmühl mit der Außenstelle Übersee eine ideale Lebensgrundlage.

Nach ersten Schätzungen seien mehr als 80 Wildbienenarten zu erwarten, so der Wildbienenexperte Johann Neumayer. Die Kartierung wird monatlich bis Mai 2021 durchgeführt, da jede Wildbienenart ihr eigenes Zeitfenster zur Fortpflanzung hat. Während die Flugzeit der Gehörnten Mauerbiene bereits im März beginnt, startet beispielsweise die Gemeine Löcherbiene erst im Juni ihre Aktivitäten. gg

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