Bauern, Preußen und Buttermilchjustiz in Ampfing

Simmerl (Andreas Bernhard) und Maria (Olivia Fischer) sind nicht immer einer Meinung, wenns um die Betreuung der Gäste geht. Stettner

Der Theaterverein der „Isentaler“ bringt mit seinen herzerfrischenden Heimatstücken seit Jahren die Gäste zum Lachen. Gerieten im Hintereckersaal in den vergangenen Jahren Gespenster und Geistliche ins komödiantische Schussfeld, wird dieses Mal eine weitere Minderheit aufs Korn genommen: Preußen.

Ampfing – Alles beginnt, als die Bäuerin Theres (Annemarie Wieser) und ihre Tochter Maria (Olivia Fischer) den ländlichen Hof in ein Ferienhotel verwandeln möchten. Bauer Sixt (Herbert Ostermeier) und Knecht Simmerl (Andreas Bernhard) können da nur lachen und setzen alle Hebel und Misthaufen in Bewegung, um dies zu verhindern – vergeblich.

Schon nach kurzer Zeit trudeln die Döttelhoffs (Sepp Bettstetter und Tamara Bublak) ein, ein nervtötendes Urlauberpaar aus dem hohen Norden. Und diese beiden „Saupreissn“ führen nichts Gutes im Schilde. Um sich ein paar kostenlose Ferientage zu sichern, finden die norddeutschen Muschelschubser an jeder Ecke eine neue Beanstandung: Sessellifte haben keine Sitzkissen, Stiere halten die Nachtruhe nicht ein und Misthaufen sind tatsächlich Misthaufen. Und wo wirklich alles makellos ist, wird kurzerhand eigenhändig nachgeholfen, so etwa mit der lüsternen Küchenschabe „Blatella orientalis“. Urkomische Dialoge der Schauspieler unterstrichen grandios das skurrile Spiel mit Klischees und Mentalitäten. Die Gegensätze von Meckereien und Mundartflüchen spitzen sich immer weiter zu und gipfeln schließlich in der unverschämten Schadensersatzklage der Döttelhoffs.

Doch die „Bayrische Buttermilchjustiz“ folgt ihrer eigenen rustikalen Rechtssprechung: Rindviecher, die nicht nach EU-Richtlinien brüllen, müssen höchst intelligent sein – und importierte Kakerlaken sind zwar ordinär, aber nicht ortsansässig.

Ein lustiges Stück, engagierte Darsteller und eine ausgelassene Stimmung bescheren den Gästen wieder einmal wunderschöne Komödienabende. Wie das Stück ausgeht können die Besucher bei den weiteren Aufführungen im Gasthaus Hinterecker erfahren. Aufführungstermine sind am Samstag 4. und Sonntag 5. Januar jeweils um 20 Uhr. Montag, 6. Januar, um 18 Uhr, Freitag 10. und Samstag, 11. Januar, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es täglich von 13 Uhr bis 19 Uhr unter 0151-41412972 und Restkarten jeweils an der Abendkasse. stn

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