Bauern haben schon wieder eine Schweinekrise bei den Preisen

Landwirt Wolfgang Geiger (links) und Ringwart Christoph Auer beim Verwiegen der Schweine. Bauer

Mühldorf. – Die letzte Schweinepreiskrise ist erst ein Jahr her und „vor zwei Monaten dachten wir, jetzt geht es endlich wieder aufwärts mit den Fleischpreisen, und dann kam Corona  ...“, so Landwirt Wolfgang Geiger.

Und jetzt ist es noch viel schlimmer für Landwirte, die sich auf die Schweinefleischproduktion spezialisiert haben. Dabei läuft in Frixing alles so, wie es die Gesellschaft möchte. Die Ferkel werden am Hof geboren und mit eigenem erzeugten Futter oder aus dem zugekauften Getreide aufgezogen und gemästet.

Wie Landwirt Geiger erklärt, ist die gute Fleischqualität auch entscheidend für den Vermarktungspreis, denn wenn ein Schwein zu schwer wird, gibt es Abzüge. „Wir wissen genau wann wir die Tiere zum Schlachthof nach Landshut oder Vilshofen bringen müssen“, denn die Tiere werden im Schnitt mit rund 95 Kilogramm Schlachtgewicht vermarktet und wenn wir es nicht innerhalb von einer Woche vermarkten können gibt es Preisabschläge. Und dieser ist eh schon mehr als mager, mit rund 1,60 Euro je Kilogramm Schweinefleisch, die der Landwirt dafür bekommt.

„Ja und wenn der Preis nicht passt, wird es auch eng, die hohen Kosten für Stallfinanzierung, Mitarbeiter und Futter aufzubringen und das drückt, neben der eh schon enormen Auflagenflut und Datendokumentation im Tierhaltungsbereich, sehr auf die Stimmung“. Denn durch umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen ist bei Schweinen jedes Stück Fleisch über den Handel, Schlachtbetrieb bis hin zur Geburt rückzuverfolgen, um so für den Kunden Transparenz zu schaffen“, bilanziert Wolfgang Geiger.

Die Schweinezucht und -mast ist eine verantwortliche Aufgabe, da die Tiere täglich mehrmals beobachtet und kontrolliert werden müssen. Eine ausgewogene Fütterung sowie sorgfältigste Hygienemaßnahmen sind zudem zu beachten, um hier erfolgreich zu sein. „Wir machen die Arbeit gerne, im Feld und bei den Tieren, dennoch ist für die Zukunft vielleicht nicht ganz klar, wie es am Betrieb Geiger weitergeht“. Denn der Hofnachfolger macht aufgrund der Unsicherheiten auf dem Fleischmarkt eine Lehre in einem handwerklichen Beruf“, sagt Geiger. sb

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