Bahn-Chef nennt Termin für zweigleisigen Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Tüßling

Ein kleiner Teilder Bahnstrecke ist wie bei Mühldorf bereits zweigleisig befahrbar, zwischen Ampfing und Tüßling können sich Züge begegnen. Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel hat jetzt das Jahr 2028 für die Fertigstellung des gesamten Abschnitts von Markt Schwaben bis Tüßling in Aussicht gestellt. hon

Bayern Bahnchef Klaus-Dieter Josel hat am Rand der Einweihung der Autobahn einen Fertigstellungstermin für den zweigleisigen Bahnausbau genannt. Wenn die Planfeststellungsverfahren gut verlaufen, könne der Ausbau in zehn Jahren geschafft sein, sagte er. Und auch, welche Risiken es noch gibt.

Mühldorf – Das lange Warten auf den zweigleisigen Bahnausbau zwischen München und Tüßling könnte ein Ende haben. Wenn alles glatt geht, könnte er in zehn Jahren - 2028 - fertig sein. Das wurde am Rande der Autobahneröffnung bekannt, an der gleich zwei führende Mitarbeiter der Bahn teilnahmen.

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Neben dem für den Ausbau verantwortlichen Projektleiter Klaus-Peter Zellmer aus Tüßling war auch Bayerns Bahnchef Josel vor Ort. Der zog eine Parallele zur Fertigestellung der Autobahn und den zeitlichen Perspektiven für den Bahnausbau und die Elektrifizierung – und nannte sehr vorsichtig das Jahr 2028 als Fertigstellungstermin für den zweigleisigen Ausbau.

Noch einige Unserheiten

Bislang hielt sich die Bahn mit Aussagen über das Ende des Ausbaus und der Elektrifizierung sehr zurück, weil es nach ihrer Ansicht zu viele Unwägbarkeiten gibt. Projektleiter Zellmer hatte noch im Sommer gegenüber der Heimatzeitung lediglich davon gesprochen, dass die Bahn am Ziel 2030 festhalten wolle.

Gerichtsprozesse könnten für Verzögerung sorgen

Wichtigster Grund für die Zurückhaltung ist laut Zellmer und Josel die Unwägbarkeit des Planfeststellungsverfahrens, das nicht in der Hand der Bahn liegt. Es wird vom Eisenbahnbundesamt durchgeführt, einer staatlichen Behörde, die für das Verfahren zuständig ist. Es soll bis 2020 abgeschlossen sein. Mögliche Gerichtsprozesse könnten den Baubeginn danach verzögern, falls Anwohner oder Kommunen gegen die Pläne klagen.

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Ein kritischer Punkt ist der Streit um die Streckenführung und den Lärmschutz in Dorfen. Darüber verhandelt die Bahn noch mit der Stadt, die Änderungswünsche hat. Nach Angaben von Projektleiter Zellmer strebt die Bahn eine Zusammenarbeit mit der Stadt Dorfen an. Zugleich macht er klar, dass den Wünschen für eine Verlegung finanzielle Grenzen gesetzt sind.

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Die Bahn will die Bahnstrecke im Bereich der der derzeitigen Trasse einhausen, Dorfen zieht dagegen eine Verlagerung der Strecke an den Hang nördlich der Stadt vor. Dorf könnte die Strecke in einem Einschnitt verlaufen und so den Lärmschutz garanieren.

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Kommentar von Markus Honervogt zu diesem Thema

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