Baggerarm bohrt sich in vollen Schulbus: Drei Schüler bei Unfall in Obertaufkirchen verletzt

Der Baggerarm durchschlug die Fensterscheibe des Bus und verletzte drei Schüler. Fib

Die Geistesgegenwart des Busfahrers und der Schüler verhindern bei einem Unfall in Obertaufkirchen Schlimmeres. Die Unfallursache ist noch unklar.

Obertaufkirchen – Die Zahl der Schutzengel ist nicht bekannt; aber es müssen eine ganze Menge gewesen sein: Am Montag krachte der Arm eines Baggers in einen voll besetzten Schulbus, doch der Unfall verlief einigermaßen glimpflich. Drei Schüler erlitten lediglich Prellungen. Warum sich die Baggerschaufel in den Bus grub, ist derzeit noch nicht klar. Ein Gutachten, das auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erstellt wird, soll Klarheit bringen.

Busfahrer warnt Schüler: Ducken

Der Montag, 23. September, wird bei 49 Schülern aus Obertaufkirchen und Umgebung noch lange Gesprächsstoff sein. Gegen 13.40 Uhr kam es am Kirchplatz zu dem schweren Verkehrsunfall. Was war passiert? Nach Polizeiangaben war ein Minibagger auf dem Weg von Obertaufkirchen in Fahrtrichtung Mesmering. Der Schulbus kam aus Richtung Mesmering und fuhr in Richtung Obertaufkirchen.

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Im Begegnungsverkehr stieß zunächst die Baggerschaufel gegen den Außenspiegel des Schulbusses. Aus bislang noch unbekannter Ursache grub sich im Anschluss der Baggerarm samt Schaufel in das Seitenfenster des Busses.

Geistesgegenwärtig, so die Polizei weiter, warnte der Busfahrer noch die im Bus mitfahrenden 49 Schüler, alle im Alter von 8 bis 15 Jahren. Diese konnten sich gerade noch rechtzeitig wegducken. Lediglich drei Schüler zogen sich leichte Verletzungen durch die einschlagende Baggerschaufel zu.

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Die drei Schüler sind 13, 14 und 15 Jahre und kommen aus den Gemeinebereichen Buchbach und Schwindegg. Sie zogen sich lediglich Prellungen zu. Die Polizei ist sich sicher: Durch das schnelle Handeln des Busfahrers konnte Schlimmeres verhindert werden. Besonders erwähnt die Polizei das vorbildliche Verhalten der Schüler im Bus: Sie hatten sich zunächst gegenseitig erstversorgt und Ruhe bewahrt bis die Rettungskräfte eingetroffen waren.

Gesamtschaden in Höhe von 15 000 Euro

Da die Unfallursache zunächst nicht geklärt werden konnte, wurde von der Staatsanwaltschaft Traunstein ein Unfallsachverständiger zur Klärung der Unfallursache hinzugezogen. Der Minibagger wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft zur Erstellung des Gutachtens sichergestellt. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an.

An beiden Fahrzeugen entstand, laut Pressemitteilung der Polizei, ein Gesamtsachschaden in Höhe von rund 15 000 Euro.

65 Rettungskräfte helfen vor Ort

Die Feuerwehren aus Obertaufkirchen, Schwindegg sowie Oberornau waren mit 45 Mann vor Ort und kümmerten sich um die Erstversorgung der Schüler und die Verkehrsabsicherung. Zudem war der Einsatzleiter des Rettungsdienstes mit 20 Rettungskräften vor Ort, um die medizinische Behandlung der Verletzten sicherzustellen.

Realschule auf solche Ereignisse vorbereitet

Die Realschule in Haag, deren Schüler in den Busunfall verwickelt waren, ist auf solche Unglücksfälle vorbereitet, teilt Realschuldirektor Hermann Huber auf Nachfrage mit. Die Schule verfüge über ein Krisenteam, das auf solche Ereignisse vorbereitet sei. Am Dienstagvormittag sei dieses Team zusammengezogen worden, um die Verfahrensweise zu besprechen, sollten Schüler Hilfestellung bei der Verarbeitung des Unfalls benötigen. „Alle am Unfall beteiligten Schüler waren am Dienstag wieder in der Schule, Hilfe benötigte bislang kein einziger. Für mich ein Indiz dafür, dass man im Elternhaus großartige Arbeit geleistet hat, um die Geschehnisse zu verarbeiten“, lobt Huber das Engagement der Eltern. Das Krisenteam inklusive der Schulpsychologen werde auch in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen, sollten die Schüler Bedarf an einem Gespräch haben.

Glimpflich ausgegangen: Alle Schüler wieder in der Schule

Das Landratsamt in Mühldorf habe schon frühmorgens reagiert, Mitarbeiter der Behörde hätten die Schüler, die mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln von Obertaufkirchen nach Haag unterwegs waren,m begleitet, um die Schüler nicht alleine zu lassen. Auf der Heimfahrt habe ein Mitglied der Schulleitung die Realschüler begleitet, „um sie gegebenenfalls aufzufangen, wenn die Schüler die Unfallstelle erneut passieren.“

Ein gewisser Stolz ist den Worten des Direktors zu entnehmen, wenn er auf das Verhalten der Schüler unmittelbar nach dem Unfall zu sprechen kommt: „Sie haben Ruhe bewahrt und sich auch bei der Erstversorgung um andere Schüler gekümmert. Da zeigt sich, dass man in der Schule mehr lernt, als Rechnen und Schreiben, unsere Schüler sind schwer in Ordnung! Allererste Sahne!“ Er selbst sei „unglaublich froh, dass nicht mehr passiert ist!“ hsc/je

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