Bäckereiverkäuferin unterschlägt Einnahmen: Bewährungsstrafe am Amtsgericht Mühldorf

Zu einer Bewährungsstrafe wurde die 35-jährige Verkäuferin verurteilt, die sich aus der Kasse einer Bäckerei bedient hatte. dpa
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Zu einer Bewährungsstrafe wurde die 35-jährige Verkäuferin verurteilt, die sich aus der Kasse einer Bäckerei bedient hatte. dpa

Das Gehalt war der Verkäuferin in einer Bäckereifiliale im Landkreis Mühldorf offensichtlich nicht genug. Viermal nahm sie die Einnahmen aus dem Verkauf von Semmeln, Brezen und Kuchen und schob sie in die eigene Tasche statt aufs Bankkonto der Bäckerei. Dafür musste sich die 35-Jährige nun vor dem Amtsgericht Mühldorf verantworten.

Mühldorf – Auf 15097,01 Euro belief sich laut Anklage der Schaden. Amtsrichter Dr. Christoph Warga wies die Angeklagte nicht nur auf die Folgen ihrer Unterschlagung hin, er warnte sie auch davor, ihr Schweigen fortzusetzen. Denn bei der Höhe des Schadens sei es möglich sie ins Gefängnis zu schicken und eine Bewährung auszuschließen.

Geständnis nach klarer Ansage des Richters

Verteidiger Axel Reiter hatte seiner Mandantin empfohlen, sich nicht zur Tat zu äußern, weil er erheblichen Zweifel an der Schadenshöhe hatte. Nach einer längeren Beratung willigte die Angeklagte schließlich aber ein, die Taten zu gestehen.

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Damit erübrigte es sich, die fünf geladenen Zeugen einzuvernehmen, die Beweisaufnahme war abgeschlossen.

In ihrem Plädoyer hielt Staatsanwältin Katrin Bichlmair der Angeklagten zugute, dass sie durch ihr Geständnis eine langwierige Beweisaufnahme erübrigt hätte. Sie habe aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus gehandelt und sei nicht vorbestraft. Sie forderte eine Strafe von einem Jahr und sechs Monate zur Bewährung.

Große wirtschaftliche Not der Angeklagten

Verteidiger Reiter ging von nur drei Straftaten aus, da die 35-jährige in einem Fall die Summe – verspätet – zurückgezahlt habe. Auch sei ihr der letzte Monatslohn nicht ausbezahlt worden, was mit einer Anzahlung auf den angerichteten Schaden gleichzusetzen wäre. Mehr als ein Jahr Strafe auf Bewährung hielt er für nicht angemessen. Dem folgte Richter Warga. Das Geständnis sei von hohem Wert. Außerdem glaubte er der Frau, dass ihre wirtschaftliche Not größer und größer geworden sei. Dennoch hielt auch er den angerichteten Schaden für beträchtlich. Hans Rath

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