Vom 20. bis 24. August: Mit Radl, Charme und Lederhos’n durch die Inn-Salzach-Region

Mit Radlführer Sepp durch die Region: Der passionierte Radlfahrer führt Interessenten auf Entdecker-Touren durch die Inn-Salzach-Region. Der Startschuss fällt am 20. August.
+
Mit Radlführer Sepp durch die Region: Der passionierte Radlfahrer führt Interessenten auf Entdecker-Touren durch die Inn-Salzach-Region. Der Startschuss fällt am 20. August.

Der Langsamste bestimmt das Tempo: Der Tourismusverband Inn-Salzach bietet neue Entdecker-Touren an –und Radlführer Sepp Zieglgruber liefert die eine oder andere Anekdote dazu. Genussradler, sagt er, müssen sich auf den Touren nicht stressen.

Mühldorf – Den Reiseführer können die Radler getrost zu Hause lassen. Denn wer mitfährt bei der ersten Inn-Salzach Radlroas hat ja ihn: „I bin der Sepp“, stellt sich Sepp Zieglgruber vor und bietet sogleich das Du an. So entspannt wie der Sepp werden auch die Touren sein, die er im August für den Tourismusverband Inn-Salzach begleiten wird. „Der Langsamste bestimmt das Tempo“, gibt er die Devise für die Radlroas aus. Mitfahren können also nicht nur gut trainierte Sportler, sondern alle, die sich zwei Touren mit jeweils rund 60 Kilometern Länge zutrauen.

Mit der Erfahrung von 22 000 Kilometern

Vom Fahrradsattel aus werden die Teilnehmer die traumhafte Landschaft genießen. Vor allem aber will der Sepp die Urlauber mitnehmen zu einigen der ganz besonderen Orte, die er bei seinen unzähligen Touren durch die Region entdeckt hat. Gut 22 000 Kilometer hat er in den vergangenen sechs Jahren auf seinem schwarzen Pedelec zurückgelegt. Der passionierte Radler ist sich sicher: Im Reiseführer stehen bestimmt ein paar brauchbare Tipps, was man in der Umgebung gesehen haben sollte. „Aber i zeig‘ de Leid wo’s no scheena is.“

Lesen Sie auch: Johann Rabl ist seit drei Jahren Radwegpate

Solch schöne Ecken, die sich perfekt bei Radltouren erkunden lassen, gibt es eine ganze Menge rund um Altötting, Burghausen und Mühldorf. Deswegen wurde die Inn-Salzach-Region auch jüngst mit dem begehrten ADFC-Qualitätssiegel „Rad-Reise-Region Deutschland“ ausgezeichnet. Grund für den Tourismusverband, den Rad-Tourismus noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken – zumal diese entschleunigte Form des Reisens in Corona-Zeiten besonders beliebt ist.

Zusammenarbeit mit den Bett-and-Bike-Hotels

Gemeinsam mit sechs sogenannten Bett-and-Bike-Hotels hat Verbands-Geschäftsführerin Andrea Streiter die erste Radlroas auf die Beine gestellt. Das Ziel: Urlaubern ungewöhnliche Entdeckungs-Touren durch die Region zu ermöglichen.

Vom 20. bis 24. August findet die Premieren-Radlroas statt, deren Herzstück die vom Sepp begleiteten Touren sind. „Die Teilnehmer sollen zwei richtig schöne Tage haben“, sagt er. Und wer den groß gewachsenen Mann mit dem spitzbübischen Grinsen kennenlernt, hat nicht den geringsten Zweifel daran, dass es genau so sein wird.

Eine Idee der Hoteliers, um in Zeiten von Corona mehr Radltouristen anzulocken

Die Idee dazu stammt von Hoteliers der Region, federführend war dabei Ernst Raspl aus Unterneukirchen. „Das Ganze wurde an einem runden Tisch ins Leben gerufen zusammen mit Inn-Salzach-Tourismus-Verband“, erzählt Stephanie Nömeier, Geschäftsführerin des Hotels Bastei in Mühldorf. Die Basis dieser Idee bildete das Zertifikat, dass man marketingtechnisch nutzen will, „um mehr Radlurlauber in die Rehion zu ziehen“. Bei der Radlroas im Speziellen übernachten die Gäste in den unterschiedlichen Hotels, tagsüber radelt man zusammen und abends sitzt man gemütlich beisammen, „am vorletzten Abend sogar mit Musik“, berichtet Nömeier. Natürlich sei die Idee auch aus Überlegungen heraus entstanden, um bestmöglich aus der Corona-Krise heraus zu kommen. Nömeier ist sich dabei aber sicher, dass dieses Pilotprojekt ein langfristiges Modell werden könnte, das ein bis zweimal pro Jahr zur Durchführung kommt.

Lederhose statt gepolsterter Radlhose

Doch erst einmal wird der Blick auf die Radlroas im August gelenkt. „Ich bin bereit“, sagt Sepp Zieglgruber und zupft am hellen Leinenhemd, zu dem er kurze Lederhosen trägt. „Des ist mei Radl-Gwand.“ Schließlich will der 63-Jährige mit den Urlaubern auch im ein oder anderen Biergarten einkehren, und da macht er lieber in Lederhosen eine gute Figur statt sich im engen Trikot und gepolsterten Radlhosen fehl am Platz zu fühlen.

Eine Schatzkiste voller Kuriositäten

Dass er für Urlauber überhaupt der Inbegriff des „echt urigen Bayern“ ist, von dem sie zuhause den Freunden und Familien erzählen, ist ihm wohl bewusst. „I bin ja a oaner“, sagt er und streicht sich lachend über den grau-weißen Bart. An Charme und Witz mangelt es dem „Ureinwohner Unterneukirchens“, wie er sich selber nennt, auf keinen Fall.

Auch interessant: Tourismusverband Inn-Salzach informiert mit Ticker auch über Corona-Beschränkungen

Gut, dass er außerdem Spaß am Erzählen hat und die Urlauber gerne mit kurzweiligen Anekdoten unterhält – etwa der von dem uralten Radl, das unweit seines Zuhauses seit Jahrzehnten an einem Baumstamm lehnt und mittlerweile regelrecht eingewachsen ist. „Da gab’s schon mal eine Radlroas, und die haben einen vergessen“, scherzt er. „Solche Kuriositäten, die man nicht überall kriegt, will ich den Leuten zeigen.“

Ungewöhnliche Picknick-Plätzen und verblüffende Aussichtspunkten

Was der Sepp beim Erzählen allerdings – noch – nicht verrät, sind die genauen Ziele der Touren. Zum einen weil die Urlauber sich überraschen lassen sollen von ungewöhnlichen Picknick-Plätzen und verblüffenden Aussichtspunkten. Zum anderen, weil unterwegs auch immer mal das Wetter umschlagen kann, den Radlern die Puste ausgeht, oder sie noch mehr „Zeit zum Schauen, Riechen und Ratschen“ brauchen. „Dann reagiere ich flexibel“, verspricht der Sepp, „je nachdem wie die Leute drauf sind.“

Premiere der Inn-Salzach Radlroas ist vom 20. bis 24. August 2020. Absteigen können die Teilnehmer in Altötting (Hotel Münchner Hof, Hotel Plankl), Erharting (Landgasthof Pauliwirt), Mehring (Gasthof Schwarz), Mühldorf (Hotel Bastei) und Unterneukirchen (Hotel Traumschmiede). Alle Gastwirte bringen die Radler per Shuttle-Service zu den Startpunkten der Touren, die mit Leih-E-Bikes (je nach Verfügbarkeit) gefahren werden können. Auf dem Programm stehen zwei Entdecker-Touren durch die Region mit einer Länge von 60 bis 70 Kilometer.

Kommentare