Esel Bene und Reserl sind seit 14 Jahren Maskottchen der Rattenkirchener Feuerwehr

Ihnen bereiten die Esel große Freude: Das Ehepaar Georg, hier mit Bene, und Ingrid Schreiner, mit Eselnachwuchs Pauli, zehn Monate alt.
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Ihnen bereiten die Esel große Freude: Das Ehepaar Georg, hier mit Bene, und Ingrid Schreiner, mit Eselnachwuchs Pauli, zehn Monate alt.
  • Kirsten Meier
    vonKirsten Meier
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Nachwuchsprobleme bei der Feuerwehr? Voraussetzungen für den oder die perfekten Floriansjünger? In Rattenkirchen war man sich einig: Er oder sie sollte körperlich fit sein, Motivation, Teamgeist, Durchhaltevermögen, ein dickes Fell, ein gutes Aussehen und eine Eselsgeduld mitbringen.

Rattenkirchen – Exakt solche Kameraden stießen im November 2006 zu ihrer Truppe. Ihre Namen: Bene und Reserl. Da die beiden Neuzugänge bei der Rattenkirchener Wehr etwas ganz Besonderes – nämlich zwei süße Esel – waren, zogen sie deutschlandweit die Medienaufmerksamkeit auf sich.

Es wurde sehr viel über sie berichtet, weil ständig etwas Neues Spannendes in ihrem Leben passierte. Die Beiden sind seit nun 14 Jahren die Maskottchen der Freiwilligen Feuerwehr.

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Ein Geschenk beim Patenbitten

Bene wurde im Mai 2006 im Wildpark Oberreith geboren. Er sollte seine Rattenkirchner Kameraden beim 125. Jubiläum der Feuerwehr Heldenstein beim Eselrennen unterstützen. Schließlich hatten die Heldensteiner den kleinen Esel beim Patenbitten im September 2006 ihren Rattenkirchener Kameraden geschenkt.

Reserl (links) und Bene gehören zur Rattenkirchener Feuerwehr.

Damit der kleine Kerl nicht alleine sein musste, beschloss der Festausschuss der Feuerwehr Rattenkirchen, ihm eine attraktive Weggefährtin zur Seite zu stellen: Reserl. Sie war ein Jahr älter als Bene und wurde im Mai 2005 geboren.

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Essel bekamen ein Willkommensfest

Feuerwehr-Vorsitzender Florian Oberloher brachte Reserl höchstpersönlich in Benes Leben und ist den beiden noch heute ein treuer Kamerad. Mit seinem Vater Gerhard besucht er sie so oft er kann. Dann bringen die beiden Rattenkirchener Leckereien in Form von Heu und Möhrchen mit und packen auch beim Ausmisten gerne mal mit an.

Das Esel-Pärchen fand damals bei Georg und Ingrid Schreiner in Ziegelsham ein Zuhause. Die beiden tierlieben Rattenkirchener und ihre Söhne Fabian (23) und Julian (18) kümmern sich auf Lebenszeit um das Wohl ihrer Tiere. Als Bene und Reserl am 6. November 2006 bei Familie Schreiner eingezogen feierten die Feurwehren aus Heldenstein und Rattenkirchen die Ankunft ihrer langohrigen Vereinskameraden mit einem tollen Fest.

Esel Bene in seiner Einsatzmontur.

Eselrennen in Rattenkirchen

Im Mai 2007 fand ihr erstes Eselrennen anlässlich der 125-Jahr-Feier der Feuerwehr Heldenstein statt. Und lösten damit einen regelrechten Hype aus. Jeder wollte plötzlich einen Esel haben. Es sollte nicht das einzige Eselrennen bleiben. Bene, Reserl und ihre Kameraden von der Feuerwehr Rattenkirchen nahmen fortan an verschiedenen Eselrennen teil.

Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Der erste Babyesel erblickte im Dezember 2008 das Licht der Welt. „Wir brachten abends die beiden Esel in den Stall. Als wir am nächsten Morgen zum Füttern kamen, waren es auf einmal drei Esel. Ein neugeborenes Fohlen lag im Stroh. Damit hatten wir absolut nicht gerechnet. Es war eine superschöne Überraschung“, erinnert sich Esel-Mama Ingrid strahlend.

Sieben Eselfohlen in elf Jahren

„Natürlich gaben wir dem Kleinen den Namen Flori. Zu Ehren des Heiligen Schutzpatron der Feuerwehr“, erklärt Ingrid. Logisch, dass auch das mit einem schönen Fest gefeiert werden musste. Bene und Reserl sorgten immer wieder für einen Feiergrund – und für weiteren tierischen Zuwachs bei der Feuerwehr. Bei einer Tragezeit von etwa zwölf bis 14 Monaten, gab es fast jährlich Nachwuchs. Zwischen 2008 und 2019 wurden sieben gesunde Eselkinder geboren. Zwei weitere Eselbabys hatte Reserl leider verloren.

Bei Familie Schreiner hat die Eselfamilie ein echtes Paradies. Klara und Pauli, die beiden Letztgeborenen, werden auf Lebenszeit bei den Schreiners bleiben, alle anderen Eselkinder kamen in liebevolle Hände. Die Söhne Julian und Fabian haben schließlich die Tierliebe ihrer Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Sie packen kräftig mit an und sorgen dafür, dass es den Feuerwehr-Maskottchen rundum gut geht. „Esel sind sehr schlau und auf gar keinen Fall stur. Sie sind sehr vorsichtig und das ist auch gut so. Sie sind sehr liebenswert und extrem verschmust. So richtig treue Seelen, die einfach große Freude machen“, schwärmt Ingrid Schreiner.

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