FESTAKT IM LANDRATSAMT VOR DEM ERSTEN SEMESTER „PÄDAGOGIK DER KINDHEIT UND JUGEND“

Auch das Studium der sozialen Arbeit kommt

Handschlag zum Auftakt: Dekan Ott, Minister Huber, Landrat Huber und Professorin Sabine Schutter, Leiterin des Studiengangs Pädagogik in Mühldorf, begrüßten gestern die ersten Studentinnen. rob
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Handschlag zum Auftakt: Dekan Ott, Minister Huber, Landrat Huber und Professorin Sabine Schutter, Leiterin des Studiengangs Pädagogik in Mühldorf, begrüßten gestern die ersten Studentinnen. rob

Mit einem Festakt begann gestern der neue Studiengang „Pädagogik der Kindheit und Jugend“ in Mühldorf. Während des Festakts machten Landrat Huber und Staatsminister Huber deutlich, dass der geplante Studiengang „Soziale Arbeit“ ebenfalls im Landkreis angesiedelt werden soll.

Mühldorf – Zusammen mit Vertretern der Hochschule Rosenheim feierten gestern zahlreiche Gäste aus Politik und Bildung und Studierende im Landratsamt: 28 junge Frauen bereiten sich seit gestern in dem dualen Studiengang, auf die Arbeit in Kindergärten vor. Während des siebensemestrigen Studienganges machen die jungen Frauen zugleich eine Ausbildung zur Erzieherin und erwerben den Abschluss Kinderpädagogik.

Professor Robert Ott, Dekan für Gesundheits- und Sozialwissenschaften der Hochschule Rosenheim sprach von einer hohen Belastung für die Studierenden, während des Studiengangs, der Ausbildung und Studium vereint. Er versprach ihnen aber auch eine qualifizierte und erfüllende Zeit.

„Pädagogik der Kindheit und Jugend“ ist der vierte Studiengang, der in Mühldorf von der Hochschule Rosenheim angeboten wird. Den Auftakt machte 2014 der berufsbegleitende Studiengang Maschinenbau, 2015 folgten berufsbegleitend Betriebswirtschaft und der duale Studiengang Pflege.

Landrat Georg Huber nannte die damit geschaffene Einrichtung einer dezentralen Hochschule „eine Erfolgsgeschichte, die heute um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben wird“. Er lobte die Zusammenarbeit. „Wir haben eine tolle Symbiose und ein Gesamtpaket, das zukunftsweisend ist.“ Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen sei die zentrale Aufgabe der Gesellschaft, im Landkreis gebe es zahlreiche Kooperationspartner, die der Hochschule und den Studenten zur Verfügung stünden.

Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster stellte den Campus Mühldorf in den Rahmen der Entwicklung seine Hochschule, die sich vom reinen Ausbilder im Bereich Holz zu einer umfassenden Hochschule entwickelt habe. Sie solle laut Köster „das anbieten, was gebraucht wird, um die Prosperität der Region zu fördern“.

Dazu gehörte nach vielen Jahren der Konzentration auf Rosenheim der Schritt in die Region: „Es nutzt nichts, wenn wir in Rosenheim auf irgendeinem Thron sitzen“, sagte Köster. „Deshalb haben wir die Regionalisierungsstrategie des Freistaats frühzeitig aufgegriffen.“ Fast 130 Studierende gebe es derzeit in Mühldorf. „Wir hoffen, dass wir in Burghausen eine ähnliche Größenordnung erreichen.“ Köster sprach von 1500 Studierenden in den Landkreisen Mühldorf und Altötting in den nächsten fünf Jahren. In Burghausen werden derzeit Studiengänge in Betriebswirtschaft und Chemieingenieurwesen angeboten.

„Die politischen Voraussetzungen sind geschaffen, jetzt prüfen wir die Standorte.“ Dr. Marcel Huber

Während des Festakts wurde auch klar, dass diese Entwicklung weitergehen wird, denn das Studium der „Sozialen Arbeit“, das an der Hochschule Rosenheim angesiedelt werden soll, kommt in den Landkreis Mühldorf. Offen ist, wo der Campus entsteht. Minister Dr. Marcel Huber sagte deshalb: „Die politischen Voraussetzungen sind geschaffen, jetzt prüfen wir die Standorte.“ Eine Entscheidung soll in den nächsten Wochen fallen: „Ende Oktober wird festgelegt, wo wir hingehen“, erklärte Landrat Huber. Er geht davon aus, dass die Gebäude in zwei Jahren fertig sind. Minister Huber machte auf Nachfrage noch einmal klar, dass es bei der geplanten Verteilung der Kosten bleibe: Der Freistaat trage die Entwicklungs- und Personalkosten, die Region müsse als Sachaufwandsträger die Räumlichkeiten stellen.

Am Rande des Festakts wurde auch klar, dass die Entscheidung zwischen Mühldorf und Waldkraiburg fallen werde, andere Standort seien unwahrscheinlich, hieß es. Ins Gespräch gebracht hatten sich auch Neumarkt-St. Veit und Ampfing.

Mühldorf bleibt laut Bürgermeisterin Marianne Zollner bei ihrem Angebot, den Campus an der Mittelschule zu errichten und dafür 7,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. So konkret wurde Waldkaiburgs Bürgermeister am Rand des Festakts nicht. Er sagte, dass der Stadtrat sein Angebot am 18. Oktober offiziell machen werde. Waldkraiburg könne Grundstücke in der Nähe der Schulen zur Verfügung stellen. hon

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