Artenreiche Wiesen dienen als wichtige Biotope und liefern Saatgut

Umweltfreundlich und effektiv (von links): Roland Kaiser (Verbund), Patrizia Weindl (LPV Altötting) und Matthias Nirschl (uNB Mühldorf), beernten mithilfe des E-Beetle naturschutzfachlich wertvolle Wiesen zur Saatgutgewinnung.
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Umweltfreundlich und effektiv (von links): Roland Kaiser (Verbund), Patrizia Weindl (LPV Altötting) und Matthias Nirschl (uNB Mühldorf), beernten mithilfe des E-Beetle naturschutzfachlich wertvolle Wiesen zur Saatgutgewinnung.

Mühldorf. – „Zusammen schafft man mehr.“ Nach diesem Motto haben sich bereits in den letzten beiden Jahren der Landschaftspflegeverband (LPV) Altötting, die Wildland-Stiftung Bayern und die untere Naturschutzbehörde (uNB) Mühldorf zusammengetan: Die Partner haben artenreiche Wiesen geschaffen.

Der „E-Beetle“hilft fleißig mit

Dies konnten sie mithilfe eines speziellen elektrischen Erntegeräts, dem E-Beetle, umsetzen. In diesem Jahr beteiligte sich auch der neue Landschaftspflegeverband Mühldorf an dem Projekt, das auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden soll.

Ziel des Projektes ist die Aufwertung von monotonen Wiesen und somit die Steigerung der Artenvielfalt. Die bunten, artenreichen Extensivwiesen sollen in Zukunft nicht nur „Augenschmaus“ sein, sondern vor allem als Lebensraum für zahlreiche Insekten und Kleinstlebewesen dienen. Diese sind wiederum Nahrungsgrundlage für heimische Säugetiere, Eidechsen und Vögel. Gefördert wird das Vorhaben durch die Gerhard-und-Ellen-Zeidler-Stiftung.

Dem E-Beetle, einem elektrischen Samenerntegerät, fällt dabei eine Schlüsselrolle zu. Im Aussehen einem Rasenmäher nicht unähnlich, kann er über die Wiesenflächen geführt werden und bürstet dabei auf schonende Weise die Pflanzensamen heraus. Dadurch wird heimisches Saatgut gewonnen, welches an die jeweiligen naturräumlichen Gegebenheiten angepasst ist. Die Pflanzen bleiben dabei unversehrt und der Landwirt kann das Heu ohne Einbußen ernten. Dies ist einer der Vorteile gegenüber dem weitverbreiteten Mähgut übertrag. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, jeweils zur Samenreife der gewünschten Arten über die Spenderwiese fahren zu können. So erhält man ein breiteres Artenspektrum. Außerdem überstehen Insekten und Kleintiere, die sich in der Wiese aufhalten, den „Bürstvorgang“ in der Regel unversehrt.

An zwei trockenen Sommertagen im Juli konnte das Ernte-Team, bestehend aus Patrizia Weindl vom LPV Altötting, Elisabeth Knapp und Esther Lindner, LPV Mühldorf, Matthias Nirschl, uNB Mühldorf, Johanna Vilsmeier, Gerda Benner und Christoph Schwitzke, Wildland-Stiftung Bayern sowie Roland Kaiser, Verbund, bereits auf einigen Flächen rund um Haag und Lengmoos Saatgut gewinnen.

Bestände werden vonJahr zu Jahr reicher

Die gewonnenen Wildblumensamen wie beispielsweise Wiesensalbei, Margerite oder Klappertopf wurden nach der Beerntung händisch gesiebt und anschließend getrocknet. Im Spätsommer wird das Saatgut auf den möglichst nahen Empfängerflächen angesät. Nach einer circa einjährigen Entwicklungsphase mit sogenannten Schröpfschnitten entwickeln sich die Wiesen von Jahr zu Jahr zu immer kräuterreicheren Beständen. Die Projektpartner haben bereits gute Erfahrungswerte aus den letzten beiden Jahren gesammelt und hoffen, dass die Landkreise Mühldorf und Altötting bunter werden.

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