Hat er nun „Arschloch“ gesagt oder nicht? Schneider-Eklat kostet vierstelligen Betrag

„Kein Grund zum Feiern!“Das platzt dem Altöttinger Landrat der Kragen. Im Laufe des Disputs mit Demonstranten soll Schneider „Arschloch“ gesagt haben. Enzinger

Wutausbruch des Altöttinger Landrates bei Einweihung der Isentalautobahn juristisch beigelegt. 59-jähriger CSU-Politiker nimmt Angebot der Geldauflage an

Mühldorf/Dorfen – Mit „Menschenverachter“ hatte Altöttings Landrat bei der Eröffnung der Isentalautobahn im September 2019 junge Demonstranten beschimpft. „Schamt‘s Eich!“ skandierte er gegen eine Handvoll Leute, die sich mit Transparenten während einer Rede von Verkehrsminister Andreas Scheuer vor dem Podium platziert hatten. Schließlich soll der Altöttinger auch noch das Wort „Arschloch“ gebraucht haben. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft, denn die Demonstranten erstatteten Anzeige. Jetzt ist der Streit offenbar beigelegt. Wie der Münchner Merkur berichtet, habe Schneider eine Geldauflage akzeptiert, die ihm die Staatsanwaltschaft Landshut angeboten hatte und die nun zur Einstellung des Verfahrens geführt hat.

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„Kein Grund zum Feiern“ hatten die jungen Aktivistin bei der Autobahneinweihung am 30. September am Rastplatz Fürthholz geplärrt. Das hatte dem Altöttinger Landrat, der unmittelbar vor ihnen gestanden war, die Zornesröte ins Gesicht getrieben. Erst kommentierte Schneider mit einzelnen Worthülsen die Aktion, diskutierte auch lautstark mit den jungen Männern, während Festredner Scheuer zunächst die Störaktion zu ignorieren versuchte und einfach nur lauter ins Mikrofon brüllte. Mit zunehmender Dauer versuchte der Bundesverkehrsminister dann vom Rednerpult aus, den Altöttinger Landrat zu besänftigen. „Erwin, Erwin, Erwin“, bat er lautstark um Zurückhaltung, was das Auditorium dann auch schmunzelnd zur Kenntnis nahm – denn Schneider, immer noch in Rage, ließ sich nicht davon abbringen, den Demonstranten die Meinung zu geigen. Dabei soll auch das Wort „Arschloch“ gefallen sein. Die Demonstranten zeigten den 59-Jährigen an.

Alles über die Eröffnung der Isentalautobahn im September 2019 lesen Sie hier.

Altöttings Landrat verteidigte seinen verbalen Ausrutscher später damit, dass er unerträglich fand, „wie man derart kaltschnäuzig und mit dem Touch eines Gaudiums gegen mehr Verkehrssicherheit, die mit der Eröffnung der A 94 verbunden ist, protestieren kann“. Vor dem Hintergrund vieler schwerer Verkehrsunfälle auf der ,Todesstrecke B 12‘, bei denen es in den vergangenen 20 Jahren zwischen München und Passau 350 Todesopfer zu beklagen gab, war der Protest für Schneider nicht zu akzeptieren. Er flippte aus.

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Weil der Vorwurf nicht allzu gravierend gewesen sei, habe man Schneider eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage angeboten, heißt es nun seitens der Staatsanwaltschaft in Landshut. Der Altöttinger Landrat nahm dieses Angebot an.

Das bestätigt auf Anfrage des Münchner Merkurs auch Klaus Zielinski, Sprecher des Landratsamtes Altötting. Über die Summe schweigt man sich aus, sie soll aber im vierstelligen Bereich liegen. Die Höhe orientiert sich am Einkommen. „Herr Schneider hat es akzeptiert, damit der Fall abgeschlossen werden kann“, so Zielinski gegenüber dem Merkur. je

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