Armer Ebi Wappentier

Warum der Ebinger Urelefant gestorben ist, weiß niemand.

Die Waldkraiburger dürften daran jedenfalls nicht schuld sein, es gab sie ja damals noch nicht. Also stellen wir uns vor, Ebi sei aus Trotteligkeit auf dem Weg zum Inn den steilen Hang hinuntergestürzt und habe sich das Genick gebrochen.

Es dauerte zehn bis zwölf Millionen Jahre, bevor nach langer Evolutionsentwicklung ein Mensch bei ihm vorbeikam und ihn ausbuddelte. Dass der arme Kerl anschließend vom Inn nach München verschleppt wurde, sei nur am Rande notiert. Dort fristet er als „Gomphotherium von Gweng“ sein Dasein – immerhin als „Highlight des paläontologischen Museums“.

Zurück an den Inn. Nur 48 Jahre nach dem Fund kam der Homo Sapiens Mühldorferiensis et Waldkraibur geriensis auf die Idee, den alten Herrn auszugraben. Da er aber nun schon weg war, wurde als Ersatz ein Traumstartprojekt des gemeinsamen Oberzentrums gefunden: Ein Mördererlebnispfad für fast eine dreiviertel Million Euro und ein Großparkplatz, für den auf dem Weg zum Naturerlebnis ein paar Dutzend Bäume hätten geschreddert werden müssen.

Jetzt hat der Mühldorfer Stadtrat den Erlebnispfad sterben lassen. Nicht, ohne eine halbe Stunde lang wegweisende Vorschläge zum weiteren Vorgehen gemacht zu haben. Der Bemerkenswerteste: ein Plastikelefant am Inn, der mit einem Fernglas von der anderen Seite aus betrachtet werden könnte.

Dabei gäbe es durchaus eine sinnvolle Verwendung für Ebi: Sollte das gemeinsame Oberzentrum jemals ein gemeinsames Wappen brauchen, wäre er ein geeignetes, weil mahnendes Wappentier: nicht aufgepasst, gestolpert und irgendwo im Innsand verloren gegangen.

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