AUS DEM GEMEINDERAT

Anreiz für Gründächer

Die Ausweisung des Gewerbegebiets Harting ist einen Schritt weiter. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats stimmte das Gremium über die Änderung des Flächennutzungsplans und einen Entwurf für den Bebauungsplan ab.

Heldenstein – Vier Parzellen sollen in Harting entstehen: Eine mit etwa 5000 Quadratmetern Fläche, die restlichen drei zwischen 1500 und 1900 Quadratmeter groß. Architektin Sonja Thalmeier stellte den Entwurf für das Baugebiet vor, das „topografisch schwierig“ ist. „Zwei Drittel sind eben, dann kommt eine starke Böschung nach oben“, erklärte sie. Mit einer entsprechenden Bauweise und Pultdächern in Hangneigung wird diesem Umstand Rechnung getragen. Als positiv für die Regenrückhaltung beschrieb Sonja Thalmeier Gründächer. Dies planerisch vorzuschreiben sieht sie allerdings als „schwierig“. Es könnte lediglich ein Anreiz dazu geschaffen werden, indem ein solches auf die Regenrückhaltung angerechnet werde.

Durch das künftige Gewerbegebiet führt eine Straße, die in einem Wendehammer endet, der in seiner Größe ausgelegt ist für die öffentliche Be- und Entsorgung. Eine Erschließung von Norden aus sei nicht möglich, weil ansonsten an der Kreisstraße mit Radweg eine schwierige Verkehrssituation geschaffen werde. In baulicher Verbindung zum Betrieb ist im Gewerbegebiet auch ein Betriebsleiterwohnhaus zulässig.

Nicht einverstanden waren einige der Gemeinderäte mit der Anordnung der Parzellen. „Unten liegt das Musterstück, oben nicht. Es wäre doch lukrativer, wenn alle Grundstücke was von der Ebene enthalten“, schlug Bertram Häußler (UWG) vor. Die UWG-Fraktion äußerte ihre Bedenken, dass die Gemeinde wohl die Grundstücke nicht verkaufen kann. „Der Interessent benötigt aber die Fläche, ansonsten ist es für ihn uninteressant“, entgegnete Bürgermeister Helmut Kirmeier. Für kleine Handwerksbetriebe sah er keine Nachteile mit der Hanglage. Auch Architektin Sonja Thalmeier konnte die Zweifel ausräumen: „Planerisch lässt sich da durchaus was machen.“ Auch Zweiter Bürgermeister Rupert Müller sah es so, dass sich bei der derzeitigen Nachfrage für jedes Grundstück ein passender Bewerber finde.

Eine Verpflichtung für Gründächer hätte Klaus Neßler (UWG) im Bebauungsplan gerne festgehalten. „Das macht das Gewerbegebiet besonders.“ Ein Vorschlag, dem auch Bertram Häußler etwas abgewinnen konnte: „So etwas sieht man nie in Baugebieten.“

Trotz der schöneren Optik stieß dieser Vorschlag nicht bei allen auf Zustimmung. Bernhard Aigner (CSU) kritisierte, dass damit die Baukosten „künstlich nach oben“ getrieben werden, die Gemeinde wird dann auf den Flächen „sitzenbleiben“. Bürgermeister Helmut Kirmeier will Gründächer dadurch schmackhaft machen, dass diese für die Entwässerung angerechnet werden. Klaus Neßler und Georg Grochowski (UWG) bezweifelten, dass eine solche Selbstverpflichtung funktioniert.

Neben den höheren Kosten für ein Gründach sieht Georg Stöckl einen Nachteil auch darin, dass Fotovoltaikanlagen nicht möglich sind. Eine solche ist nämlich in aufgeständerter Bauweise nicht zulässig, wie Architektin Sonja Thalmeier zuvor erklärte. „Wir legen uns ein Ei mit dem Gründach“, urteilte Stöckl.

Das Gremium einigte sich darauf, dass anthrazitfarbene Dächer vorgeschrieben werden. Mit einer Gegenstimme segnete der Gemeinderat den Entwurf für den Bebauungsplan ab.

Eine reine Formalie war vorab die Änderung des Flächennutzungsplans: Denn das künftige Gewerbegebiet war bislang nicht als solches vorgesehen. Auch diese Entscheidung fiel mit einer Gegenstimme.

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