Angelika Kölb will als erste SPD-Frau ins Landratsamt Mühldorf einziehen

Eine strahlende Siegerin:Angelika Kölbl nach ihrer einsitmmigen Wahl zur Landratskandidatin. Rath

Die Kreis-SPD hat die Mühldorfer Sparkassenbetriebswirtin Angelika Kölbl zur Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl im kommenden Frühjahr gekürt. Sie soll nach dem Willen der Sozialdemokraten CSU-Landrat Georg Huber beerben. Ihre Themen: Digitalisierung, Öffentlicher Nahverkehr, Gesundheit und Bildung.

Mühldorf – Die Kreis-SPD hatte im Palermo in Mühdorf die Weichen für die Wahlen im Frühjahr 2020 gestellt und Kreisvorsitzende Angelika Kölbl als Kandidatin für das Landratsamt aufgestellt. Ihr Leitsatz: „Der Mensch im Mittelpunkt“. Sie will im Landratsamt die Digitalisierung vorantreiben, „denn digitale Formulare für alle sind transparenter, sicherer und vereinfachen die Bürokratie“.

In jedes Dorf im Stundentakt

Im Öffentlichen Nahverkehr will Kölbl den Stundentakt in jede Kommune bringen, jede Stunde müsse von jeder Gemeinde ein Bus ab- und auch wieder zurückfahren. Kölbl befürwortet die neue Autobahn A 94, sie sorge für weniger Verkehrstote und bringe Pendlern Erleichterungen. Gleichzeitig verstehe sie aber auch die Problematik der betroffenen Anwohner. Hier sei in Punkto Lärmschutz noch Luft nach oben.

Wohnen müsse für alle bezahlbar sein, weswegen der derzeitige Bestand ausgebaut werden müsse. Gleichzeitig müsse der Bestand geschützt werden, was bedeutet, dass Mieten nicht aufgrund eines angeblichen Mietspiegels erhöht werden dürfen, wie geschehen. In Mühldorf gibt es keinen Mietspiegel.

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Auf dem Gesundheitssektor sprach Angelika Kölbl die ärztliche Versorgung an. Im Landkreis gebe es 92 Hausärzte, von denen jeder Zweite über 60 Jahre sei, was sie doch sehr bedenklich stimme. Auch bei der fachärztlichen Versorgung gebe es Lücken.

Bei Klinikfusion auf Mitarbeiter achten

Als letzten Punkt sprach die Landratskandidatin die Klinikfusion Mühldorf-Altötting an. Aus eigener beruflicher Erfahrung wisse sie weiß, dass Zusammenschlüsse bei Mitarbeitern Ängste hervorriefen. Sie hält die Fusion vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt her für sinnvoll. Ein Problem sieht sie in der unterschiedlichen Entlohnung an den vier Krankenhausstandorten Mühldorf, Altötting, Burghausen und Haag.

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Kölbl forderte eine sofortige Angleichung. Auch eine Angleichung der Ausbildungsstandards hält sie für erforderlich, es dürfe – wie ihr berichtet wurde – keine befristeten Arbeitsverträge für ausgelerntes Pflegepersonal geben.

Nach 40 Minuten Programmpräsentation gab es stehende Ovationen für Angelika Kölbl, die einstimmig nominiert wurde.

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Altbürgermeister Günther Knoblauch, stellvertretender Landrat, sprach die schwierige Lage der Gesellschaft und seiner Partei an. Jetzt sei Geschlossenheit gefragt, um diese Krise zu überwinden.

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner sieht den Klimaschutz derzeit als zentrales Thema, wobei immer der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Gute Lebensbedingungen müssten für die junge Generation ebenso geschaffen werden wie für ältere, pflegebedürftige Menschen. Für alle Menschen müsse bezahlbarer Wohnraum gebaut werden.

SPD im Kampf gegen populistische Parteien

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Richard Fischer sprach vom Stolz auf seine Partei, eine Partei, die anpacke und als Stabilisator wirke. Ohne sie würden sich Vertreter von populistischen Parteien in den Vordergrund drängen. JuSo-Chef Frank Mürkens forderte, dass Freiheit, Gleichheit und Solidarität in die Kreispolitik eingebracht werden müssten.

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Den Abend begleitete das Duo „Quachelors“ mit Oldies musikalisch.

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