Ampfinger Mittelschule strebt das „Gütesiegel Demokratie“ an

Für Toleranzund Respekt, gegen Rassismus – darum geht es bei dem Projekt, mit dem sich die Mittelschule Ampfing um das „Gütesiegel Demokratie“ bemüht. Das demonstrieren (von links vorne): Lennox Schulz, Alexander Beliaev, Michael Bonk und Josef Grill sowie (hinten von links) Sebastian Oberloher, Mohamad Alzoubi, Timm Heilmeier, Justin Cosmo Wagner und Kilian Schmid. Stettner

„Als Projektschule demokratische Verantwortung (er)leben“ – dieses Ziel hat sich die Mittelschule Ampfing gesetzt, einen Beitrag zur Toleranz und Werteerziehung zu leisten und somit die demokratische Kompetenz zu stärken und das politische Bewusstsein zu fördern.

Am Ende der zweijährigen Projektphase soll die Verleihung des „Gütesiegels Demokratie“ durch die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit stehen.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat die Mittelschule die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) eingeladen, sie bei Bekämpfungsansätzen gegen Rechtsextremismus, Linksextremismus, verfassungsschutzrelevante Islamfeindlichkeit sowie Reichsbürger und Selbstverwalter zu unterstützen. Die Mitarbeiter der BIGE rekrutieren sich aus den Bereichen von Verfassungsschutz und Polizei und betreiben Schulprävention, bieten Hilfe beim Ausstieg, halten Vorträge und leisten individuelle Beratungen.

Zunächst wurden die Lehrkräfte in Form einer Fortbildung über die Arbeit der BIGE und über die Ausprägungen des Extremismus informiert. Anschließend erhielten die Schüler der neunten Jahrgangsstufe in Workshops Informationen. Sie wurden über die Gefahren des Extremismus aufgeklärt, damit die Demokratie wehrhaft bleibt. Ausgehend vom Grundgesetz erfuhren die Schüler, dass durch verfassungsfeindliche Ansichten der Staat und die Gesellschaft Schaden nehmen.

In dem vierstündigen Workshop wurde unter anderem ein Aufklärungsfilm mit dem Titel „Radikal“ gezeigt, in dem es darum ging, wie es dazu kommt, dass sich Menschen beziehungsweise Jugendliche radikalisieren und sich antidemokratischen Gruppen anschließen. Zum einen fühlen sie sich in der Gesellschaft nicht aufgehoben und zum anderen haben sie meist kein gefestigtes familiäres Umfeld. Die darauffolgende Diskussion ermöglichte den Schülern, Fragen zu stellen, ihre Ansichten und vielleicht auch eigenen Erfahrungen zu diesem Thema kund zu tun.

Ein weiterer Aufklärungsbereich, der in der medienaffinen Jugend eine besondere Rolle spielt, ist die propagandistische Verbreitung von radikalen Inhalten in sozialen Netzwerken. Die Schüler wurden dahingehend sensibilisiert, dass sich radikale Ansichten meist hinter vermeintlich witzigen Texten und Bildern verstecken, aber eine menschenverachtende Botschaft dahintersteckt. Den Schülern wurde klar gemacht, dass die öffentliche Verbreitung derartigen Gedankenguts im Internet problematisch ist und sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet werden muss. Zudem wiesen die Referenten darauf hin, dass Radikale Symbole, Zahlenkombinationen oder Bekleidungsaufschriften verwenden, die es gilt, aufzudecken.

Insgesamt war der Vormittag eine Erfahrung für Lehrkräfte und Schüler zu-gleich, um den antidemokratischen Kräften entgegentreten zu können. stn

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