Aus dem Gemeinderat

Kicken und mehr: Ampfing will aus ungenutzten Tennisplätzen neue Sportanlage machen

Die Tennisplätze 6 und 7 auf der Freizeitanlage „Am Wuhr“ werden seit Langen nicht mehr genutzt. Jetzt will die Gemeinde auf diesem Areal ein attraktives Angebot für sportbegeisterte Jugendliche entwickeln.
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Die Tennisplätze 6 und 7 auf der Freizeitanlage „Am Wuhr“ werden seit Langen nicht mehr genutzt. Jetzt will die Gemeinde auf diesem Areal ein attraktives Angebot für sportbegeisterte Jugendliche entwickeln.
  • Hans Rath
    vonHans Rath
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Die Gemeinde Ampfing will aus zwei ungenutzten Tennisplätzen eine attraktive Sportangale machen. Profitieren sollen vor allem auch sportbegeisterte junge Leute, die nicht Mitglied im TSV Ampfing sind.

Ampfing – Langsam, aber sicher holt die Natur sie sich wieder zurück: zwei Tennisplätze auf der Sport- und Freizeitanlage „Am Wuhr“, die schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt werden. Das soll nicht so bleiben, denn die Gemeinde sieht Bedarf und Möglichkeiten für eine Folgenutzung, ebenfalls im Freizeitbereich. Im jüngsten Gemeinderat wurden die Weichen für eine neue Verwendung gestellt, von der auch jene sportbegeisterten jungen Leute profitieren, die nicht Mitglied im Sportverein sind.

Seit Jahren mehr oder weniger der Natzur überlassen

„Am Wuhr“ gibt es verschiedene Freizeit- und Sportmöglichkeiten: Fußballplätze, Tennisplätze, einen Hockeyplatz, eine Kugelstoßanlage, Hartplätze, eine Sprunggrube sowie einen Bewegungspark. Die Tennisplätze 6 und 7 werden schon seit längerer Zeit nicht mehr bespielt. Sie wurden mehr oder weniger der Natur überlassen. Über das Mühldorfer Netz könnte mit einem Zuschuss über das Leader-Förderprogramm auf diesem nicht mehr genutzten Areal ein neues Angebot entstehen.

Ideen gibt es längst, auch die Ampfinger Vereine hat die Gemeinde bereits angefragt, ob Interesse an einer neuen Sporteinrichtung besteht. Vorstellbar sind ein sogenannter „Fußballkäfig“, Kleinspielfelder oder ein Multifunktionsplatz. Auch ein Umbau der beiden Tennisplätze zu einem Kleinspielfeld (Doppelcourt) ist denkbar.

Ballsport auch für Nichtmitglieder

Eine neue Nutzung dieser Fläche ist vor allem auch deshalb ein Thema, weil die vorhandenen Fußballfelder der TSV Ampfing betreibt und nutzt und auch außerhalb der Trainingszeiten nur TSV-Mitglieder darauf spielen dürfen. Derzeit gibt es auf dem Gelände keine Fläche, auf der „Vereinslose“, also Nicht-Mitglieder Fußball oder andere Ballsportarten betreiben können.

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Beispiel 3: Der Bewegungspark

Die Jugendlichen der Gemeinde müssen aktuell auf einen Bolzplatz an einem Kinderspielplatz ausweichen. Ein „Fußballkäfig“ bietet zudem auch für den Sportverein die Möglichkeit, teilweise im Winter draußen zu trainieren, wenn das Spielen auf dem Rasen nicht mehr möglich ist.

Leader-Förderung in Aussicht

Nach Rücksprache mit dem Mühldorfer Netz steht ein Zuschuss in Höhe von etwa 60 Prozent der förderfähigen Netto-Kosten in Aussicht. Dies ist an fünf Voraussetzungen geknüpft:

Es muss der Nachweis erbracht werden, dass die Einrichtung von den Einwohnern gewünscht wird. Die künftige Nutzung ist sicherzustellen. Der dauerhafte Unterhalt muss sichergestellt sein; für Leader-Projekte gilt eine Zwölf-Jahres-Frist. Für die Einrichtung muss intensiv geworben werden. Und sie muss allen Gruppen im Landkreis offen stehen.

Drei Varianten im Gespräch

Dem Gemeinderat wurden drei Varianten zur Entscheidung vorgestellt:

Variante 1: Aus denm Tennisplätzen 6 und 7 wird ein 20 mal 13 Meter großes Kunstrasenfeld, ein sogenannter „Fußballkäfig“. Die Gesamtkosten (brutto) betragen dafür 120 000 Euro. Ein möglicher Zuschuss liegt bei 60 000 Euro. Ebenso hoch wäre der Eigenanteil der Gemeinde.

Variante 2:Auf den beiden ehemaligen Tennisplätzen entstehen zwei Spielfelder zu je 30 mal 15 Metern, ein Kunstrasenfeld und ein Multifunktionsfeld. Die Gesamtkosten (brutto) liegen bei 240 000 Euro, der Leader-Zuschuss bei 120 000 Euro.

Variante 3: Neben den beiden Tennisplätzen wird auch der bisherige Hartplatz mit einbezogen. Zwei Spielfelder mit einer Größe von 30 mal 15 Metern könnten entstehen: Zum einen Kunstrasenfeld, zum anderen ein Multifunktionsfeld mit Bande zum Öffnen für die Weitsprunganlage. Dazu soll ein kleiner Rollrasenplatz kommen. Die Kosten (brutto) würden voraussichtlich etwa 380 000 Euro betragen. Ein Zuschuss von rund 192 000 Euro steht in Aussicht.

Andrea Weiner (Bündnis 90/Die Grünen) erkundigte sich, ob die Maßnahme auch umgesetzt werden solle, wenn die Gemeinde keine Fördermittel erhalten sollte. Hierzu merkte Dr. Marcel Huber (CSU) an, dass es keine Garantie für eine Förderung gebe. Bürgermeister Josef Grundner (CSU) wies darauf hin, dass der Beschlussvorschlag so formuliert sei, dass eine Realisierung nur bei Gewährung eines Zuschus ses vorgesehen ist.

Rainer Stöger (Bündnis 90/Die Grünen) bat, bei der Umsetzung auf umweltfreundliche Materialien zu achten.

Multifunktionales Kleinspielfedl für insgesamt 380 000 Euro soll kommen

Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Gemeinde die Trägerschaft für das Projekt „Kleinspielfeld“, vorbehaltlich einer Leader-Förderung übernimmt. Die Variante 3 soll dabei zum Zug kommen. Bei Brutto-Kosten von 380 000 Euro beträgt der Eigenanteil der Gemeinde voraussichtlich rund 188 000 Euro. Die Gemeinde übernimmt auch die Verkehrssicherungspflicht und gewährleistet den Unterhalt und die Pflege der Maßnahme in der zwölfjährigen Zweckbindungsfrist.

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