Am Waldkraiburger Waldfriedhof piept‘s: Witwe ärgert sich über Maulwurf-Schreck am Nebengrab

„Ein Friedhof ist kein Schrebergarten.“ Und deshalb sollte dort kein Maulwurf-Piepser eingesetzt werden dürfen, findet Else Bez. Wenn die Witwe das Grab ihres Mannes besucht, fühlt sich von dem Gerät am Nebengrab gestört.
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„Ein Friedhof ist kein Schrebergarten.“ Und deshalb sollte dort kein Maulwurf-Piepser eingesetzt werden dürfen, findet Else Bez. Wenn die Witwe das Grab ihres Mannes besucht, fühlt sich von dem Gerät am Nebengrab gestört.

Wer über den Waldfriedhof in Waldkraiburg spaziert und Piepsgeräusche hört, braucht keinen Termin beim Ohrenarzt. Ein Tinnitus ist es nämlich nicht, der das Pfeifen verursacht.

Waldkraiburg – Das Ohrensausen hat andere Gründe. Als Verursacher kann ein so genannter Maulwurf-Schreck ausgemacht werden. Das ist ein stabförmiges elektrisches Gerät, das im Boden steckt. Der Maulwurf-Schreck sendet Ultraschallwellen aus, erzeugt Vibrationen sowie Töne. Das Gesamtpaket nervt den Maulwurf auf Dauer und vertreibt ihn.

Gehören ständige Piepsgeräusche auf einen Friedhof?

Doch nicht nur das Tier fühlt sich von den immer wieder kehrenden Tönen des Gerätes ziemlich gestört. Auch Else Bez. Die Witwe besucht regelmäßig das Grab ihres Mannes. Und im Nebengrab steckt seit einziger Zeit ein entsprechender Piepser.

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Die Lärmquelle: So schaut er aus, der Maulwurf-Schreck, der laut Stadt die Wühler im Waldfriedhof tatsächlich vertreibt. Huckemeyer

„Ein Friedhof ist ein Ort der Stille, da passen die ständigen Piepsgeräusche nicht hin“, findet Else Bez. Ihre Befürchtung: „Wenn immer mehr solche Geräte aufgestellt werden, dann pfeift es an allen Ecken und Enden. Eine Situation, die auf einem Friedhof völlig unangebracht ist.“ Außerdem handle es sich hier um einen Waldfriedhof und auf einem solchen hätten verschiedene Tiere halt ihren Lebensraum, so die Waldkraiburgerin. Ein Friedhof sei nun mal kein Schrebergarten, in dem man Maulwurfabwehr betreiben könne. Nicht nur die Trauer werde gestört, man könne sich auch erschrecken, befürchtet sie. Und zwar dann, wenn man in der Dämmerung über den Friedhof spaziere.

Bei der Stadt beschwert

Die Waldkraiburgerin hat sich in einem Brief an das Ordnungsamt sowie an Bürgermeister Robert Pötzsch gewandt. Mit dem Ergebnis ihrer Beschwerde ist die Witwe nicht zufrieden. Laut Pressestelle im Rathaus hatte sich Bürgermeister Pötzsch vor Ort persönlich ein Bild gemacht.

Geräte zur Maulwurf-Abwehr sind am Waldfriedhof nicht verboten

Das Aufstellen von Geräten zur Maulwurfabwehr sei auf dem Waldfriedhof nicht verboten, heißt es in der Stellungnahme auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Der Piepser scheint tatsächlich etwas zu bringen. „Da es wiederholt zu Beschädigungen der Grabanlagen durch Maulwürfe gekommen ist, installierten mehrere private Grabbesitzer an mehreren Stellen entsprechende Geräte. Die Tiere ließen sich dadurch abschrecken.“

Bürgermeister: Der Ton ist vertretbar und nicht störend

Der Ton sei vertretbar und nicht störend, meint der Rathauschef nach dem Ortstermin. Ein Hintertürchen lässt sich Pötzsch allerdings offen. Sollte es nämlich zu einer deutlichen Zunahme der Geräte auf dem Waldfriedhof kommen, würde die Stadt der Sache noch mal nachgehen. Die Besitzerin des Nebengrabes von Else Bez lässt auf Anfrage durchblicken, den Maulwurf-Schreck eventuell von der Grabstelle zu nehmen.

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