Alleinerziehend in der Corona-Krise: So bringt Denise Bräu Familie und Beruf unter einen Hut

Denise Bräu sieht sichals alleinerziehende Mutter gut organisiert. Bauer
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Denise Bräu sieht sichals alleinerziehende Mutter gut organisiert. Bauer

Die Corona-Krise trifft eine Bevölkerungsgruppe besonders hart: die Alleinerziehenden. Für sie ist es besonders schwierig, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Die aktuelle Situation stellt auch die 36-jährige Denise Bräu aus Töging mit ihrer neunjährigen Tochter Lea vor Herausforderungen.

Töging/Mühldorf– Die Corona-Krise trifft eine Bevölkerungsgruppe besonders hart: In Deutschland gibt es 2,6 Millionen Alleinerziehende, in Bayern ist jede sechste Familie alleierziehend mit Kindern. Diese Zahlen veröffentlichte der Verband alleinerziehender Mütter und Väter“.

Corona macht es nicht einfacher

Zu dieser Bevölkerungsgruppe gehört auch die 36-jährige Denise Bräu aus Töging mit ihrer neunjährigen Tochter Lea. Denise Bräu arbeitet seit zwölf Jahren in der Mühldorfer Kreisklinik. Sie ist im administrativen Bereich in derNotaufnahme tätig. Damit zählt sie zu den systemrelevanten Personen. Die Corona-Krise macht das Leben der alleinerziehenden Mutter nicht einfacher. Die Betreuung der Tochter wird zwischen ihrem Ex-Mann und ihr aufgeteilt. „Ich arbeite im Schichtdienst und der Vater meiner Tochter auch. Wir sprechen uns da ab und haben keine Probleme. Unsere Tochter ist ein braves Mädchen und schon sehr verständig. In die Schule zur Betreuung in Töging wollte ich sie nicht bringen, denn da wäre sie das einzige Kind mit einem Lehrer gewesen“, erzählt Denise Bräu.

Ich habe keine Angst, aber großen Respekt

Natürlich macht sie sich Gedanken in der Zeit derCorona-Krise. „Ich habe keine Angst aber schon gewaltigen Respekt. Natürlich will ich mein Kind nicht anstecken. Ich weiß, wie ich mich schützen soll und kann, und das wird auch vollständig umgesetzt. Ich bussle meine Tochter nicht ab, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Aber kuscheln ist noch immer drin“, sagt die Tögingerin.

Corona macht Alleinerziehenden zu schaffen

„Der Beruf, das Muttersein und die Probleme mit Coronabringen einen schon zum Nachdenken. Es gab einen Tag, da war ich so richtig unten. Aber wir haben in der Klinik in Mühldorf ein ganz, ganz tolles Team, das zusammenhält. Jeder schaut nach dem anderen. Auch von der Führung des Hauses her sind wir sehr gut aufgestellt. Meine Kolleginnen und Kollegen haben mich aufgefangen, und es ging wieder. Wir sind schon eine besondere Truppe, die zur Zeit Höchstleistungen abliefert, aber wir lassen uns den Humor, auch wenn es derzeit wenig zu lachen gibt, nicht nehmen. “, berichtet Bräu.

Eine Zeit sozialer Isolation

Die 36-Jährige ist nicht auf sich allein gestellt und auch finanziell hat sie keine Probleme. Viele Alleinerziehende haben während der Coronakrise finanzielle Sorgen und fühlen sich noch viel mehr auf sich allein gestellt als sonst. „In so einer Zeit der sozialen Isolation kommt noch das Gefühl dazu, alles allein schultern zu müssen und die ganze Unsicherheit mit sich selbst ausmachen zu müssen“, sagte Nicola Stroop, Vorstand beim Verband „Alleinerziehender Mütter und Väter“.

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Der Kinderzuschlag von maximal 185 Euro monatlich pro Kind soll Eltern mit wenig Einkommen unterstützen. Zwischen dem 1. April und dem 30. September 2020 wurden die Anspruchsvoraussetzungen im Rahmen des sogenannten Notfall-Kinderzuschlags (Notfall-KiZ) erleichtert. Ihr Anspruch ergibt sich dann aus ihrem Einkommen im Monat vor der Antragstellung.

Ersparnisse bleiben ohne Auswirkungen auf den Kunderzuschlag

Hat sich das Einkommen reduziert und sie beziehen bereits Kinderzuschlag, so können sie einen Überprüfungsantrag auf höhere Leistungen stellen. Ihre Ersparnisse haben bei Anträgen im genannten Zeitraum keine Auswirkungen auf den Kinderzuschlagsanspruch. Ob und wie viel Kinderzuschlag Betroffene erhalten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Zahl der Kinder und das Einkommen, wie auch aus Unterhalt, Unterhaltsvorschuss oder Waisenrente. „Ich habe das Familienleben mit meiner Tochter gut organisiert. Beruf und unsere kleine Familie sind in dieser Zeit nicht einfach unter den Hut zu bekommen. Wir sind aber auf einem guten Weg. Ich hoffe, dass diese Corona-Krise bald zu Ende geht und das normale Leben wiederkehrt“, hofft Denise Bräu.

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