Ärger über Sperrung des Radwegs an der Klinik

Nur Autos sollen den Krankenhausberg benutzen, Radler und Fußgänger einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Dagegen wehren sich jetzt die Grünen.
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Nur Autos sollen den Krankenhausberg benutzen, Radler und Fußgänger einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Dagegen wehren sich jetzt die Grünen.

Der Ärger über die Sperrung des Radwegs am Krankenhausberg ist groß. Vor allem Fahrradfahrer, von Angestellten über Kunden bis zu Eltern von Kindern, beklagen die Sperrung. Auf dem Radlweg wurde eine Baustelle eingerichtet, von der aus der Krankenhausanbau betrieben wird.

von Markus Honervogt

Mühldorf – Der Ergebnis: Radfahrer dürfen den Berge nicht mehr hinauf fahren, auch in Gegenrichtung sollen sie eine Umweg machen. Und Parker beschweren sich, weil in dem Bereich Parkplätze weggefallen.

Die Stadt hält die Lagerfläche für Baumaterial auf dem Radlweg für „zwingend erforderlich“, wie eine Sprecherin auf Anfrag mitteilt. Nur so könne die Baustelle mit dem nötigen Material versorgt werden. Einen Platz auf dem Gelände der Klinik gebe es wegen der „der beengten Verhältnisse“ dort nicht. Die klinikeigenen Parkplätze seien zu weit weg, bis dahin reiche der Baukran nicht. Die Sperrung des Radlwegs dauert laut Stadt bis ins kommende Frühjahr 2021.

Für Autos komplett sperren

Die Grünen haben sich jetzt des Themas angenommen und fordern eine radikale Änderung. „Es gibt da offensichtlich so einen Reflex“ sagt Fraktionssprecher Matthias Kraft „Wenn der Raum auf der Straße knapp wird, haben die Fahrräder als erstes das Nachsehen.“

Die Grünen fordern deshalb in einem Antrag an die Stadt, den nördlichen Abschnitt zwischen der Ahamer Straße und dem Eingang zum Krankenhaus für den Auto-Verkehr zu sperren, damit Fußgänger- und Fahrradverkehr in beide Richtungen unterwegs sein können. Auf dem südlichen Abschnitt zum Stadtwall soll der Verkehr auch für Autos in beide Richtungen freigegeben werden.

Für Autos, so die Grünen, spiele der Krankenhausberg ohnehin nur eine untergeordnete Rolle. Fraktionssprecher Kraft beruft sich bei dieser Einschätzung auf die Ergebnisse der Verkehrszählung von 2018

Grundsätzlich sei die Bevorzugung des Auto-Verkehrs zulasten von Fußgängern und Fahrradfahrern mehr zeitgemäß. Dabei gehe es nicht nur um eine Verdreifachung des Weges wie am Krankenhausberg, sondern auch um eine deutliche Erhöhung der Gefahren.

Radfahrer müssten über die stark befahrene Ahamer Straße ausweichen oder auf den Gehsteig, der die Baustellenausfahrt kreuze. „Für viele Kinder, ist der Krankenhausberg der sicherste und bequemstes Weg in die Schule. Jetzt ist er nicht nur dreimal so lang, sondern auch deutlich gefährlicher.“

Die kritisierte Umleitung ist nach Angaben der Stadt zusammen mit dem Landratsamt und der Polizei festgelegt worden. Für gefährlich hält die Stadt sie nicht. „In der Krankenhausstraße ist nur geringer bis gar kein motorisierter Verkehr, die Ahamer, die Straße ist auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt; in der Ahamer Straße können über den Gehweg sowohl die Lichtzeichenanlage als auch die Überquerungshilfe sicher erreicht werden.“

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