Der Abstand muss stimmen

Letzte Abstandsmessung mit dem Lasergerät:FOS/BOS-Schulleiter Rudolf Geier prüft den Abstand zwischen den einzelnen Schultischen. Er sagt, dass seine Schule gut vorbereitet sei, wenn heute die Abschlussklassen kommen. Honervogt

Mühldorf. – Im Gebäude der FOS/BOS in Mühldorf ist es laut.

Der Krach kommt nicht von Schülern, denn die sind noch zu Hause. Er stammt von den Arbeiten für den Erweiterungsbau. Heute soll sich alles ändern, wenn die Bauarbeiten wieder weniger Krach machen als die Schülerstimmen. Schulleiter Rudolf Geier zieht ein letztes Mal das Laser-Messgerät aus dem Sakko, um den Abstand zwischen den Tischen in der Schulklasse zu kontrollieren. Passt.

122 Schüler kommen heute nach mehreren Wochen Zwangspause in das Gebäude in der Nähe des Gymnasiums, das ist fast die Hälfte aller Jugendlichen, die dort zur Schule gehen. Denn in der Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) werden nur die Klassen elf bis 13 unterrichtet, die Hälfte von ihnen will am 18. Juni Abitur machen.

Geier ist überzeugt, dass es laufen wird: „Wir sind optimal vorbereitet“, sagt er, und das gilt nicht nur für den Abstand der Pulte zu einander. Auch organisatorisch haben sich Schulleitung und Lehrer etwas überlegt, um den Andrang in Grenzen zu halten. Die Lösung: Die Schüler wurden in sechs Gruppen aufgeteilt, von denen jede nur alle zwei Tage kommt, wenn die anderen zu Hause bleiben. So sollen maximal 60 Schüler gleichzeitig in der Schule sein. Dazu kommen 70 Lehrer, die allerdings nur stundenweise da sind und auch am zweiten Standort der Schule in Altötting unterrichten.

Geier begrüßt die Rückkehr der Schüler. „Das ist wichtig, damit sie eine optimale Vorbereitung auf das Abitur haben“. Nach seiner Ansicht ist auch die schulfreie Zeit gut gelaufen. Denn die Schüler konnten sich mit einem speziellen Online-Programm nur für die Fach- und Berufsoberschule mit Lernstoff versorgen.

Nur mit der Maskenpflicht hadert der Schulleiter, oder genauer mit der Nichtpflicht. Er hätte sich die gleiche Regelung wie für Geschäfte und den Personennahverkehr gewünscht. Doch Fehlanzeige. Deshalb habe die Schule eine „dringende Empfehlung herausgegeben“, von einer Vorschrift will er aber nicht sprechen: Die Schüler sollen die Masken auflassen, damit sie sich an möglichen Engstellen wie im Eingangsbereich oder auf den Fluren schützen können. Im Klassenzimmer, wo die Abstände zueinander lasergenau festgelegt sind, dürfen sie dann runter. Geier ist sicher, dass sich seine Schüler an diese dringende Empfehlung halten werden.

Mit dem Schulstart für weiterführende Klassen an FOS/BOS, Mittelschulen, Gymnasien, Real- und Berufsschulen kommen Tausende Jugendliche zurück in den Schulbetrieb. Dazu kommen Hunderte Lehrer. Eine Woche hatten die Schulleitungen Zeit, sich auf den Neustart vorzubereiten.

Nach den Vorgaben des Kultusministeriums müssen laut Landratsamt die regulären Schutzmaßnahmen und Hygienestandards wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen sowie die Abstandsregeln eingehalten werden. Das ist nach Angaben der Schulleiter möglich.

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