A94: Lärm und Immissionen haben „exorbitantes Ausmaß“

Mit einer Resolution möchte die Gemeinde dem Verkehrslärm und der Schadstoffbelastung der A94 zu Leibe rücken. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, auf Verbesserungen bei den Lärmschutzmaßnahmen zu drängen.

Schwindegg – Diese Resolution wird an die Autobahndirektion Rosenheim, die Landratsämter in Mühldorf und Erding sowie an MdL Dr. Marcel Huber und MdB Stephan Mayer weitergeleitet.

Unter dem Tagesordnungspunkt sechs stand bei der Gemeinderatssitzung „A94 und Initiativen Lärmschutz“. Bürgermeister Dr. Karl Dürner las die Resolution vor, die von der Verwaltung ausgearbeitet wurde. Dabei wird unter anderem darauf hingewiesen, dass die neugebaute A 94 auf einer Länge von rund einem Kilometer durch das Gemeindegebiet verläuft. „Bereits wenige Tage nach der Verkehrsfreigabe wandten sich zahlreiche Bürger mit Beschwerden und einer Unterschriftenliste über die von der A 94 ausgehenden Immissionsbelastungen an die Gemeinde“, las Bürgermeister Dürner vor.

Vielen Betroffenen sei durchaus bewusst gewesen, dass mit der Eröffnung der Autobahn „eine gewisse Erhöhung der Lärmbelastung einhergehen würde, jedoch nicht in diesem exorbitanten Ausmaß“.

Die Beschwerden beziehen sich auf den Verkehrslärm und die Schadstoffbelastungen. Beides wird dem unzureichenden Lärmschutz, unter anderem durch zu niedrige Lärmschutzanlagen, und den Lkw-Abgasen zugeschrieben. Weiter heißt es: „Ebenso liegt der Verdacht nahe, dass Planungs- und/oder Ausführungsfehler vorliegen“. So werden Baumängel beim Oberflächenzustand der Fahrbahn und bei den vorhandenen Lärmschutzanlagen, die nicht mit den nötigen Baustoffqualitäten errichtet wurden, befürchtet.

Dr. Karl Dürner verwies darauf, dass die Gemeinde bereits am 31. Mai 2011 im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur 3. Tektur Verbesserungswünsche in Sachen der Lärmschutzmaßnahmen im Gemeindegebiet vorgebracht hatte. Diese Änderungswünsche waren offensichtlich berechtigt, wurden jedoch damals zurückgewiesen, so der Bürgermeister weiter.

Im Vertrauen auf die Regelungen im Planfeststellungsbeschluss seien die Bürger allerdings davon ausgegangen, dass der vorgeschriebene Immissionsschutz für die an der A 94 lebenden Menschen so gewährleistet wird, dass deren Gesundheit nicht beeinträchtigt wird.

Die Gemeinde fordert daher, zu prüfen, ob die Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses baulich umgesetzt wurden. Ebenso fordert sie eine Verkehrszählung und eine Immissionsmessung entlang der Autobahntrasse, um die festgelegten und nun tatsächlich vorhandenen Beurteilungspegel zu ermitteln beziehungsweise zu vergleichen. Diese Werte sollen so schnell als möglich ermittelt werden, damit erforderliche Nachbesserungsmaßnahmen unverzüglich in Angriff genommen werden können.

Um die aktuellen Belastungen für die betroffenen Bürger abzumildern, beantragt die GemeindeSchwindegg die Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung für Lastwagen auf 60 Kilometer pro Stunde und für Autos auf 100 Kilometer pro Stunde im Gemeindegebiet und den angrenzenden Bereichen. Diese Geschwindigkeitsbegrenzung soll aber auch dauerhaft entsprechend kontrolliert werden. tf

Kommentare