Jahrhundertprojekt Autobahn

Termin für Eröffnung steht: Autobahn A94 zwischen Mühldorf und München bald frei

Bauarbeiten an der Ornautalbrücke für die Autobahn A94 zwischen Mühldorf und München. 
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Bauarbeiten an der Ornautalbrücke für die Autobahn A94 zwischen Mühldorf und München. 
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Die Autobahn A94 zwischen München und Mühldorf wird am Montag, 30. September, feierlich eingeweiht. Das haben jetzt Vertreter der beteiligten Firmen und Behörden inoffiziell bestätigt.

Mühldorf/München - Wenn die Autobahn A94 am 30. September 2019 eröffnet wird, soll das in Anwesenheit der Verkehrsminister Andreas Scheuer (Bund) und Hans Reichhart (Bayern) um 15 Uhr geschehen. Autofahrer können die A94 ab dem nächsten Tag, Dienstag, 1. Oktober, und damit einen Monat früher als geplant nutzen. Damit geht für viele Menschen in der Region ein jahrzehntelang gehegter Wunsch nach einer leistungsfähigen und sicheren Straße in Richtung München in Erfüllung.

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117 Kilometer Autobahn

Obwohl es noch keine offizielle Bestätigung aus dem Bundesverkehrsministerium gibt, gilt der Termin für die Eröffnung der A94 in Autobahnbauerkreisen als gesichert. Der Grund: Das private Baukonsortium „Isentalautobahn GmbH“ bekommt vom Bund mehr Geld, wenn die Autobahn vor dem ursprünglich geplanten Termin Ende Oktober fertig wird. Mit dem 30. September hätte das Unternehmen den Termin um genau einen Monat unterboten.

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Der Festakt zur Eröffnung der A94 findet am Montag, 30. September, ab 15 Uhr statt. Wie wird gefeiert? Was sagen die Besucher? Mobilisieren die Gegner des A94-Neuabaus ein letztes mal? Wir sind ab 14 Uhr live für unsere Leser vor Ort und berichten. Schauen Sie einfach vorbei auf OVB-online.de.

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Offiziell klingt das aus dem Bundesverkehrsministerium auf Anfrage so: „Der Termin für die feierliche Verkehrsfreigabe ist noch in der Abstimmung.“ 33 Kilometer ist der letzte Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein lang, nach dessen Fertigstellung Autofahrer ohne Unterbrechung von Burghausen über Mühldorf bis München vierspurig auf der A94 fahren können. Die Länge beträgt 117 Kilometer.

1,1 Milliarden Euro für die Isental GmbH

Die Kosten für den Abschnitt mit vielen großen Brücken beläuft sich auf 440 Millionen Euro. Er führt zum Teil durch das Isental und wurde deshalb von Anwohnern und Umweltschützern heftig bekämpft und vor Gericht gezogen. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof schuf schließlich im November 2010 Baurecht, danach begann der Kampf um die Finanzierung der Straße.

A94: Ende einer 50-jährigen Baugeschichte

Mit der Eröffnung am 30. September und der Verkehrsfreigabe einen Tag später geht eine fast 50-jährige Baugeschichte zu Ende. Derzeit führt die „Istenalautobahn GmbH“ letzt Arbeiten durch. Das sogenannte ÖPP-Projekt einer „Öffentlich-privaten-Partnerschaft“ geht auch nach dem Fertigstellungstermin weiter.

Denn die „Istenalautobahn GmbH“ ist auch für den Betrieb der A 94 verantwortlich. Auf 30 Jahre läuft der Vertrag mit dem Bund, 1,1 Milliarden Euro zahlt Deutschland an das Baukonsortium aus verschiedenen Banken und Baufirmen, sofern die Autobahn befahrbar ist.

Vertrag mit dem Bund auf 30 Jahre

Vertreter beider Seiten haben in der Vergangenheit immer wieder den Vorteil dieses Systems betont. Es läge im Interesse aller Beteiligten, dass die A94 stets befahrbar sei. Der Bund erreiche so, dass es eine leistungsfähige Straße ins Chemiedreieck und irgendwann in Richtung Passau gebe; der Betreiber, dass er das zugesagte Geld in vollem Umfang erhalte.

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