„1993 ist die A94 fertig“: Nach dieser verlorenen Wette sind jetzt 100 Liter Freibier fällig

31 Jahreist es her, dass diese Wette zur Autobahneröffnung entstand: Erwin Lichtmanneckers damalige Prognose, dass die A 94 im Jahr 1993 eröffnet wird, hat sich aber nicht bewahrheitet. Jetzt muss er 100 Liter Freibier zahlen, das belegt das Schriftstück, das Marianne und Rainer Peretzki aufgehoben haben. Enzinger
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Erwin Lichtmannecker hat 1988 gewettet – und verloren. Jetzt muss er 100 Liter Bier an seinen Spezl zahlen. Das belegt ein Dokument, dass vor 31 Jahren aufgesetzt worden ist – und immer noch existiert. Darin verschätzte er sich in Sachen "Autobahn der Zukunft" gewaltig. 

Mühldorf – Wir schreiben das Jahr 1988. Ein Tag im Juni. EM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Italien. Natürlich haben sich die Fußball begeisterten Kumpel Erwin Lichtmannecker und Manfred Peretzki in Mößling getroffen, um gemeinsam mit weiteren Freunden diese Partie am Fernseher anzusehen. Es geht feuchtfröhlich zu. „Vielleicht ist auch etwas zu viel getrunken worden“, lacht Marianne Peretzki. Denn was nach dem Spiel folgt, ist eine Wette, die rein gar nichts mit der Europameisterschaft zu tun hatte, wohl aber gleichermaßen den Manni und den Erwin betrifft, die beide in München arbeiten. Lichtmannecker als Elektriker, Peretzki als Schlosser.

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Erwin Lichtmannecker behauptet an diesem denkwürdigen Abend: „In fünf Jahren, am 10. Juni 1993, fahre ich auf der Autobahn nach München!“ Peretzki zweifelt daran, hält dagegen. „In fünf Jahren gibt es keine Autobahn von Mühldorf nach München!“ Der Wetteinsatz: 100 Liter Freibier.

Damals war noch von der A 93 die Rede

Auch wenn vielleicht viel Bier an diesem Abend geflossen sein sollte: Die beiden meinen es bierernst, dokumentieren ihre Wette auf einem weißen DIN A 4-Blatt. Doch ist nicht von einer A 94 die Rede, „A 93“ steht ganz oben auf dem Wisch. „Damals hieß der geplante Autobahnabschnitt noch so“, erinnert sich Rainer Peretzki.

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Der Ausstellungsort des Dokumentes, Mößling, wird ebenso festgehalten wie der Tag der Wette und natürlich auch das historische Ereignis an diesem Tag, auch wenn das 1:1 bei der Fußball-EM gegen Italien alles andere als historisch ist. Als Zeugen unterschreiben an diesem Abend Marianne und Rainer Peretzki, damals 33 und 35 Jahre alt, die das Schriftstück in den Folgejahren auch verwahren sollten.

Papier ist geduldig – seit 1988

Es vergingen die Jahre. Das Jahr 1993 rückte näher, irgendwann auch der Tag im Juni – doch von einer durchgängigen Autobahn von Mühldorf nach München ist immer noch nichts zu sehen. Allerdings: Papier ist geduldig und auch ein Wetteinsatz verjährt nicht. 

Jetzt, da der Bau des damals ersehnten Autobahnabschnittes dem Ende entgegengeht, haben die Peretzkis das alte Schreiben wieder hervorgekramt.

Mit Wetteinsatz die Eröffnung feiern

In tadellosem Zustand belegt das Papier den Wetteinsatz des Bruders von Rainer Peretzki. Genug Freibier, die nun fällig werden, um nun auf die endlich fertiggestellte Autobahn anzustoßen. Auch wenn die beiden Wett-Brüder nichts mehr von der Fertigstellung haben, vom Ausbau beruflich nicht mehr profitieren können – sie sind beide schon längst in Rente.

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