Stadtentwicklung

25.000 statt 28.000 Einwohner: Auch neugewählte Stadträte wollen Wachstum Mühldorfs beschränken

Wo Mühldorf extrem schnell gewachsen ist: Der Norden der Stadt mit vielen Wohnblöcken zwischen Nordfriedhof und Mittelschule.
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Wo Mühldorf extrem schnell gewachsen ist: Der Norden der Stadt mit vielen Wohnblöcken zwischen Nordfriedhof und Mittelschule.

Auch der neue Stadtrat will das Wachstum der Stadt beschränken. Damit stellte sich das Gremium hinter die Vorgaben des letzten Stadtrats, der sich bei der Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans für ein moderates Wachstum ausgesprochen hat. So sieht das in Zahlen aus.

Mühldorf – Der neu gebildete Stadtentwicklungsausschuss hat sich hinter die Pläne gestellt, das Wachstum der Stadt zu begrenzen. Hintergrund der Diskussion war die Vorstellung des neuen Flächennutzungsplans durch Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner und die Haltung des Vorgänger-Stadtrats, das Wachstum der Stadt über den Flächennutzungsplan zu regulieren. Der bestehende Plan wird seit gut zwei Jahren überarbeitet und soll in den nächsten Monaten als Grundlage für die weitere Ausweisung von Baugebieten beschlossen werden.

Weniger Platz für Wohngebiete

Laut Weichselgartner bieten auch reduzierte Flächen für Wohnbau mehr als genug als Potenzial. Ziel müsse es sein das Wachstum zu steuern und seine Geschwindigkeit zu kontrollieren. Die Strategie, Wohnbauflächen im Flächennutzungsplan zu reduzieren, sei richtig. „Das zeigt auch nach außen, dass wir es Ernst meinen.“

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Auf genaue Zahlen wollte sich Weichselgartner nicht festlegen, das könne nicht genau kalkuliert werden. Bürgermeister Michael Hetzl (UM) machte aber die Größenordnungen klar, um die es gehe. „Über 6000 Neubürger können wir niemandem zumuten“, sagte er. „Wenn wir zwei Prozent Wachstum wollen, ist das der richtige Mittelweg: Etwas wegnehmen und das, was da ist, sukzessive entwickeln.“ 6000 neue Bewohner in den nächsten Jahren würden die Zahl der Mühldorfer auf 28 000 anheben, das sei zu viel; er nannte 25 000 als möglichen Richtwert.

Sorge: Verknappung lässt Preise steigen

Claudia Hungerhuber (SPD) wies darauf hin, dass sich „eine solche Verknappung auf die Preise auswirken“, könne. Das gelte vor allem bei hohem Zuzugsdruck aus München. Stadtbaumeisterin Weichselgartner betonte dagegen: „Den Bedarf für Münchner können wir ohnehin nie decken. Wir können nur schauen, dass es Möglichkeiten für unsere Leute gibt, zum Beispiel über das Mühldorfer Modell.“

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Stefan Schörguber (CSU) hält es für notwendig, „dass die Infrastruktur nachzieht, auch die Sportinfrastruktur.“ Er nannte unter anderem ein Hallenbad als notwendig. Für Andreas Seifinger (UM) muss die Stadt auch Gewerbegebiete im Blick halten, damit es Flächen für Betriebe gebe und ein gesunder Branchenmix entstehe.

Bürger können noch mitreden

In den kommenden Monaten durchläuft der Flächennutzungsplan das rechtlich vorgegebene, mehrstufige Aufstellungsverfahren. Dabei können sich auch Bürger, Institutionen und Einrichtungen mit ihren Forderungen zu Wort melden. Am Ende entscheidet der Stadtrat, wie der neue Flächennutzungsplan aussehen wird.

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