Vorbereitungen vergeblich

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kraiburg – Großes Jubiläumsfest platzt wegen Corona

Einige Monate lang hat die Kraiburger Feuerwehr mit diesem Plakat für ihr Jubiläumsfest geworben. Jetzt wird die Programm-Ankündigung wegen der Festabsage von Kommandant Günther Stuiber (von links), Vorsitzender Martin Berger, Robert Ziegler, 2. Vorsitzender, und Andreas Ziegler, stellvertretender Kommandant, eingerollt.
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Einige Monate lang hat die Kraiburger Feuerwehr mit diesem Plakat für ihr Jubiläumsfest geworben. Jetzt wird die Programm-Ankündigung wegen der Festabsage von Kommandant Günther Stuiber (von links), Vorsitzender Martin Berger, Robert Ziegler, 2. Vorsitzender, und Andreas Ziegler, stellvertretender Kommandant, eingerollt.

Ein großartiges Fest hätte es werden sollen – das 150-jährige Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Kraiburg. Vom 10. bis 14. Juni 2021 war es von langer Hand geplant. Jetzt fällt es der Corona-Pandemie zum Opfer.

Kraiburg – „Bereits seit April 2018 sind unsere Planungen und Vorbereitungen gelaufen“, sagt Martin Berger, der Vorsitzende der Feuerwehr. Sieben Mal hatte sich seitdem der 14-köpfige Festausschuss getroffen. Im Dezember 2019 stand das Programm. Berger: „Verträge oder schriftliche Zusagen mit Musikern und anderen Akteuren waren abgeschlossen.“

Nach dem ersten Lockdown noch voller Zuversicht

Während viele Feuerwehren und Vereine im Vorjahr ihre Feste absagen mussten, waren die Floriansjünger in Kraiburg nach dem ersten Lockdown im Frühjahr noch voller Zuversicht für ihr Jubiläum, das sie erst 2021 im Anschluss an das Kraiburger Volksfest feiern wollten.

5000 Flyer umsonst gedruckt

Doch auch sie blieben vorsichtig. Im Juli entschied der Vorstand, die 5000 Flyer, die bereits gedruckt waren, lieber noch nicht unter die Leute zu bringen. Bis heute liegen sie ungebraucht in einer großen Schachtel.

Nachdem sich die Situation im Herbst dramatisch verschlechtert hatten, entschieden die Feuerwehrler, die weiteren Planungen vorerst einzustellen.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass es so schlimm wird“, sagt der Vorsitzende zur Entscheidung, das Fest endgültig abzusagen. Dieser Schritt ist allerdings alternativlos. „In der derzeitigen Situation mit den Kontaktbeschränkungen können wir uns nicht mal mit dem Festausschuss treffen oder weiter planen; einmal hatten wir eine Video-Konferenz.“ Die Feuerwehren, Ortsvereine und Ehrengäste sind von der Absage bereits informiert.

Ersatztermin vermutlich erst in fünf Jahren

Beim Ersatztermin geht die Feuerwehr auf Nummer sicher. Das Fest wird deshalb nicht nur um ein Jahr verschoben, sondern laut aktuellem Stand wohl erst in fünf Jahren nachgeholt.

Die bisher angefallenen Kosten, überwiegend für Werbung, halten sich noch im Rahmen. Ein Schirmherrn-Bitten bei der Bürgermeisterin Petra Jackl hat unter Corona-Auflagen bereits stattgefunden. Am 27. Februar wäre das Patenbitten bei der Grünthaler Feuerwehr geplant gewesen.

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„Auch die befreundete Feuerwehr aus Ybbs an der Donau in Niederösterreich hatte sich schon sehr auf unser Fest gefreut, denn sie mussten ja selbst im vorigen Jahr ihr 150-Jähriges absagen“, weiß Kommandant Günther Stuiber.

Bei der fünftägigen Veranstaltung wäre die Fahnenweihe ein Höhepunkt gewesen. Die alte Fahne, die 1969 angeschafft wurde, war seitdem zweimal restauriert und mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine neue Fahne wird wohl im März oder April fertig sein.

Neue Fahne, aber keine Einnahmen

Die hohen Kosten für die Fahne sollten eigentlich mit den Einnahmen aus dem Fest gedeckt werden. Mit dem Maibierausschank und der Christbaumversteigerung hat der Feuerwehrverein weitere Einnahmequellen verloren. „Deshalb würden wir uns über Spenden und Unterstützung für die Anschaffung der Fahne sehr freuen“, sagt Martin Berger.

Fahnenweihe in kleinerem Rahmen

So viel ist klar: Die neue Fahne soll noch in diesem Jahr den kirchlichen Segen erhalten. „Vielleicht gibt es eine Fahnenweihe im kleinen Rahmen. Genau am 26. Mai wird unsere Wehr 150 Jahre alt.“ Der Vorstand ist sich einig: „Eine Großveranstaltung ist nicht durchzuführen, finanziell ein zu hohes Risiko, aktuell nicht denkbar und zu verantworten.“

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