Ende des Katastrophenfalls im Kreis Mühldorf: Noch nie dagewesene Aufgaben in der Coronakrise

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Mühldorfe Landratsamt bei der Arbeit.
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Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Mühldorfe Landratsamt bei der Arbeit.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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In der Geschichte Bayerns hat es das noch nie gegeben: Drei Monate lang waren die Katastrophenschutzteams in ständigem Einsatz, nachdem am 16. März um 10.10 Uhr wegen der Corona-Pandemie der Katastrophenfall ausgerufen wurde. Der Mühldorfer Katastrophenschutz zieht nach dessen Ende eine positive Bilanz.

Mühldorf– Über die Dauer von drei Monaten waren, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und der Covid-Klinik Mühldorf nicht miteingerechnet, insgesamt 1363 Personen im Einsatz. Darunter fallen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der Feuerwehren, des THW, des Bürgertelefons sowie Sicherheitsbeauftragte, Verwaltungsangestellte und Versorgungsärztinnen und -ärzte. Dabei wurden insgesamt unglaubliche 14.000 Arbeitsstunden geleistet.

An Wochenenden durchgearbeitet

Dies bedeutete für den Einzelnen meist mehr als zehn Stunden Einsatz pro Tag, 24 Stunden Bereitschaft vorausgesetzt. So wurde auch an den Wochenenden und feiertags durchgearbeitet. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) stellte sich in der Zeit des Katastrophenfalls während der Corona-Pandemie tagtäglich den Unsicherheiten und neuen, herausfordernden, so noch nie dagewesenen Aufgaben. In der Zuständigkeit des Teams lag demnach die Verantwortung für die Gesamtkoordination der Maßnahmen, die Anforderung auswärtiger Hilfe, die Kommunikation mit Organisationen und Unternehmen, sowie die Dokumentation der Vorgänge und Maßnahmen.

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Einer der wichtigsten Bausteine war die Beschaffung, Organisation und Auslieferung der Schutzausrüstung. Diese wurde der Covid-Klinik in Mühldorf, Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen, Seniorenheimen, Rettungsdiensten, Schulen und Gemeinden sowie Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung gestellt..

Schwerpunktpraxis mit aufgebaut

Darunter wurde folgendes Material ausgeliefert: FFP2 und FFP3 Masken, Mund-Nasen-Schutz, Hand-Desinfektionsmittel sowie Flächen-Desinfektionsmittel, Einmaloveralls, Schutzbrillen und Schutzvisiere, OP-Hauben, OP-Kittel sowie OP-Handschuhe.

Des Weiteren war die FüGK ebenfalls am Zeltaufbau an der Covid-Klinik beteiligt. Hier fanden Testungen statt. Erfolgreich war die Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang mit Feuerwehren und THW, die hier logistisch unterstützt wurden.

Und auch bei der Errichtung der Schwerpunktpraxis am Volksfestplatz in Mühldorf war das Katastrophenschutzteam maßgeblich beteiligt. So wurde hier die Organisation der Infrastruktur, der aufgestellten Container sowie der benötigten Schutzausrüstungen übernommen. Ein besonderer Dank gelte hierbei der tatkräftigen Mithilfe der Stadt Mühldorf und der Stadtwerke Mühldorf und allen beteiligten Personen, teilt die Führungsgruppe mit.

Gute Zusammenarbeit

Besonders hervorzuheben ist die sehr gute Zusammenarbeit mit allen Blaulichtorganisationen im Landkreis sowie mit der bayerischen Staatsregierung und den zuständigen Ministerien. Auch durch die Hilfe ortsansässiger Firmen, die den Landkreis, teilweise kostenfrei, mit Desinfektionsmitteln und Schutzmasken belief konnte die Krise bewältigt werden.

Nach Ende des Katastrophenfalls gehen die Arbeiten nun langsam wieder in den Normalbetrieb über. Dennoch ist das Katastrophenschutzteam im Landkreis weiterhin gerüstet, denn mit dem Ende des Katastrophenfalls ist die Corona-Pandemie noch nicht vorbei.

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