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Zwischen Glaube und Wissenschaft

Zum Interview mit dem Astrophysiker Gerhard Börner „Ist Ihnen Gott begegnet, Professor Börner?“ (Weltteil):

Das Interview mit Professor Börner ist merkwürdig widersprüchlich. Das geht schon mit der Überschrift los, laut der die Interviewerin ihm eine Frage stellt („Ist Ihnen Gott begegnet?“), die dann im Text so gar nicht vorkommt. Professor Börner selbst scheint zwischen Wissenschaft und Glauben keinen Widerspruch zu sehen – sie „unterstützt“ ihn sogar angeblich. Aber sobald er zu Einzelheiten des christlichen Glaubens befragt wird, treten Widersprüche zutage.

Den Stern von Bethlehem zum Beispiel hält er nicht wie viele Gläubige für eine wahre Himmelserscheinung, etwa einen Kometen oder eine Supernova, sondern für Börner ist er „eher symbolisch“ gemeint. Und was mit uns nach dem Tod passiert (worüber die Bibel ausgeprägte Glaubensvorstellungen enthält), dazu könne man „wissenschaftlich nichts sagen“. Schließlich hält er im Gegensatz zur christlichen Lehre die Seele nicht für eine „extra Substanz“. Und so folgt ein Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glauben dem anderen.

Angesichts dessen verwundert es nicht, zu lesen, dass Professor Börner nur manchmal in die Kirche geht, dass sie keinen wesentlichen Teil seines Lebens ausmacht und dass er nicht wirklich hinter einer bestimmten Religion steht.

Als wissenschaftlicher Kronzeuge des christlichen Glaubens, zu dem ihn das Interview hochstilisieren will, taugt der Astrophysiker also nicht. Der religiöse Glaube hält seiner ernsthaften wissenschaftlichen Kritik nicht stand.

„Es ist zu Ende mit Priestern und Göttern (das heißt, mit dem Glauben), wenn der Mensch wissenschaftlich wird“, schrieb Friedrich Nietzsche. Ein Rat: Gebt endlich Eure durchsichtigen und verfehlten Versuche auf, prominente Naturwissenschaftler als christliche Glaubenszeugen zu missbrauchen. Das passt hinten und vorne nicht.

Ulrich Kretzschmar

Prien

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