Zweifelhafte Verdienste der katholischen Kirche

Zum Artikel „Abrechnung mit der katholischen Kirche“ (Medien) und dem Leserbrief von Irmgard Miehle:

Zu dem Thema sei an den verhängnisvollen Vierten Kreuzzug erinnert, zu dem auch die Eroberung von Konstantinopel im April 1204 gehörte und Christen Christen schlachteten. Aufgerufen von Papst Innozenz III. Konstantinopel war das „Ost Rom“ und die Residenzstadt der orthodoxen Ostkirche. Die Armeen der Kreuzfahrer eroberten, plünderten und zerstörten Teile der Hauptstadt. Trotz friedlicher Kapitulation zogen die christlichen Kreuzritter brandschatzend durch die Stadt. Sie entrissen Müttern ihre Kinder, töteten Männer, verkauften Jungen in die Sklaverei und vergewaltigten Mädchen in den Kapellen. An der Spitze dieser fragwürdigen Unternehmung standen Bischöfe, Äbte und Grafen. Die Kreuzfahrer plünderten und zerstörten Konstantinopel drei Tage lang, wobei viele antike und mittelalterliche römische und griechische Werke entweder gestohlen oder zerstört wurden.

Zu dem Brief von Irmgard Miehle frage ich mich, wa rum sie sich diese Sendung anschaut. Christen haben über Hunderte von Jahren Schreckliches auf unseren Planeten vollbracht. Egal wohin europäische Christen auswanderten, es gab Raub, Mord und Totschlag. In Europa herrschte ständig Krieg. Die Christen untereinander bekämpften sich bis zum Letzten. Die künstlerischen Errungenschaften damals wurden in Abhängigkeit von hochrangigem Adel, vom Klerus und wohlhabenden Bürgern der Gesellschaft diktiert. Um an Reichtum zu gelangen, wurde dazu die Bevölkerung ausgebeutet. Die Kirche selbst bereicherte sich auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Wo soll das Verdienst der Kirche sein? Die Menschen kommen nicht zu uns wegen der Institu tion Kirche, sondern weil wir ein offenes, neutrales, humanistisches Land sind. Die Religion diktiert nicht mehr unser Leben. Religion ist freiwillig und privat. 2019 traten 542 770 Menschen aus den Kirchen aus.

Gudrun Baumann-Sturm

Raubling

Die großen „spirituellen“ und „intellektuellen“ Errungenschaften der katholischen Kirche sind unstrittig. Keine andere Institution hat es aber in der Vergangenheit so gut hinbekommen, die eigenen Anhänger zu unterdrücken, auszupressen und ihre Gegner mit dem Schlimmsten zu bekämpfen. Folter und andere Grausamkeiten sind doch aller Ehren wert! Diebstahl, Unterschlagung von Eigentum und „Deals“ (unter anderem mit Adolf Hitler) haben zu beträchtlichem Reichtum geführt. Noch heute zahlen, äh, danken wir dafür. Heiliger Krieg, Ablasshandel, Hexenjagd, Inquisition, Teufelsaustreiberei. Muss man noch mehr Argumente anführen? So viel Nächstenliebe muss doch gewürdigt werden!

Jürgen Nothaft

Ampfing

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