Zweifelhafte Kurabgabe für Ausflügler

Zum Bericht „Tagesausflügler zahlen Kurbeitrag“ (Bayernteil):

Da hat die Gemeinde Kochel eine raffinierte Idee im Gemeinderat beschlossen. Während die Tourismusexperten in früheren Zeiten auf guten Service, Freundlichkeit und Qualität setzten, haben sich die Spezialisten in Kochel überlegt, ob es nicht vielleicht spannender wäre, den Besuchern den Zutritt zum Walchensee zu erschweren. Ab 2021 startet man mit einer Kurabgabe von zwei Euro für Tagestouristen (in den Folgejahren kann man die Abgabe beliebig erhöhen). Zum Walchensee darf nur, wer sich vorher ein Besucherticket gesichert hat. Nun kennen wir das Prinzip von unseren pubertierenden Jugendlichen: Alles verbotene reizt besonders! Insofern – wenn das klappt – darf Kochel noch mit höheren Besucherströmen (und Einnahmen) denn je rechnen.

Ob sich das die anderen Gemeinden bieten lassen? Sicher nicht. Am Tegernsee werden sie bestimmt gleich einen höheren Tagestouristenpreis ansetzen, fünf Euro wären gerechtfertigt. Genauso wie in Garmisch (die sich ohnehin schon mit Parkplatzgebühren von 15 Euro hervortun), Mittenwald, Füssen und anderen). Eine Steigerung wäre vielleicht, wenn man gleich auf das Ortsschild schreibt: „Fremde und Münchner unerwünscht“, das wäre doch perfekt!

Schwierig wird’s halt, wenn man eine Radltour durchs schöne Bayernland plant. Da muss man dann schon den großen Geldbeutel mitnehmen, um die Eintrittsgebühr für jede Gemeinde berappen zu können. Ob das nicht den Andi Scheuer auf den Plan ruft? So schnell kannst du gar nicht schauen, wie der eine Handyapp für Millionen entwickeln lässt. Ich frage mich nur, wie das mit unserer bayerischen Verfassung einher geht – aber vielleicht ist die auch nicht mehr zeitgemäß?

Thomas Lanzinger

Stephanskirchen

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