Zweifel und Zustimmung

Jetzt kommt es auf jeden Zentimeter an:Am Sonntag, 18. Mai, darf die Gastronomie ihre Außenflächen öffnen – doch natürlich müssen dabei die Abstandsregeln penibel eingehalten werden. dpa
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Jetzt kommt es auf jeden Zentimeter an:Am Sonntag, 18. Mai, darf die Gastronomie ihre Außenflächen öffnen – doch natürlich müssen dabei die Abstandsregeln penibel eingehalten werden. dpa

Zur Berichterstattung über die Corona-Situation (Politik-, Bayern- und Regionateil sowie Leserbriefe):

Mit Zahlen lässt sich trefflich alles beweisen. Isoliert betrachtet sind die Corona-Zahlen erschreckend und Panik-(Pandemie)-erzeugend. In Relation zu den „normalen“ Sterbefällen (Bundesamt für Statistik) ergibt sich keine signifikante Veränderung zu den Vorjahren. Falsch: Im März 2018 hatten wir über 20 000 Tote mehr durch einen Grippevirus. Damals kein Lockdown, keine Kontaktbeschränkung, nichts. Ja, das Coronavirus ist gefährlicher als die „üblichen“ Grippeviren, weil im Gegensatz zu diesen die menschliche Lunge derart angegriffen wird, dass eine Fremdbeatmung über einen längeren Zeitraum notwendig wird und (da streitet man sich noch darüber) eventuell sogar Langzeitschäden zurückbleiben. Ulrich Huber schreibt genau diese Gedanken in seinem Leserbrief nieder. Mich irritiert, dass die Politik auf der ganzen Welt mit dem Virus ganz anders umgeht als mit anderen Viren. Welche Informationen liegen diesem Verhalten zugrunde? Gibt es Hintergründe, die uns absichtlich vorenthalten werden? Ich denke an Labor erkenntnisse über eine schlechte bis unmögliche Bekämpfungsmöglichkeit des Virus. Sicher bin ich keiner, der an Verschwörungen glaubt, aber seltsam ist das alles schon. Ganz sicher hat man durch den „Lockdown“ die Zahl der Neuansteckungen deutlich reduziert und damit natürlich auch die Letalitätsrate in Grenzen gehalten – nur zu welchem Preis? Da bin ich mit Ulrich Huber einer Meinung: Die Wahrheit werden wir nicht erfahren, auch nicht in 100 Jahren.

Klaus Greißl

Kiefersfelden

Ein großes Lob für den Kommentar „Sperrt das Land wieder auf!“ von Herrn Anastasiadis. Endlich sagt mal einer, was Sache ist. Ich hoffe, dass Herr Söder Sie erhört und endlich seinen „Marsch“ abbricht und in die richtige Richtung marschiert, und das ohne Angst, Panik und bitte ohne Maulkorb (Mund-Nasen-Schutz). Ich hatte heuer im Januar eine Grippe und laut Blutuntersuchung habe ich heute Antikörper gegen Sars-Cov 2, was natürlich nichts heißt. Ich bin der Meinung, dass die Statistiken über Fallzahlen und Beginn der Pandemie in keiner Weise stimmen. Es ist bei Weitem nicht mehr gerechtfertigt, das Land großflächig abzuriegeln und uns Bürgern unserer Rechte zu berauben. Leider sehe ich im Moment nur mehr Menschen, die sich hinter ihren Masken verstecken, weil es ihnen dann erlaubt ist, in kleinen Schritten wieder Dinge zu tun, was ja eigentlich unsere Grundrechte sind. Und im Grundgesetz lese ich nichts von Mund-Nasen-Schutz (und den bitte noch selbst nähen!).

Gertrud Haunolder

Rechtmehring

Corona verändert fast alles, viele sehen es unterschiedlich, ungeduldig, verschwörend und ähnliches. Von mir ein Dank an die Verantwortlichen im Bund, und vor allem im Land Bayern. Wir können froh sein, von dieser Regierung geführt zu werden. Gruselig überkommt es mich, wenn ich mir vorstelle, Herr Lindner hätte mehr Einfluss, von der AfD will jetzt gar nicht reden. Die zurückliegende Bundestagsdebatte hat das geistige Kind offenbart. Wenn man in die Schlagzeilen will, klagt man jemanden oder irgendwas an. Die Liste der Forderungen wird immer länger. Frankreich verlängert seine strikten Maßnahmen und bei uns fordern Politiker die Grenzöffnung, weil es im europäischen Sinn sei, so die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz (SPD). Dann ist alles völlig unkontrolliert. Bestimmungen für Berufspendler kann es sicherlich geben. Fluglinien fordern staatliche Unterstützung. Wie wäre es, wenn man die zur Kasse bittet, die für Trinkgeld herumgeflogen sind, während Bahn- oder Bustickets unerschwinglich teuer wurden? Fitnessstudio sehen sich als systemrelevant, weil sie zur Gesundheit beitragen würden. Was ist mit denen, auf die es wirklich ankommt: Verkauf, Lageristen, Lastwagenfahrer, Paketboten, Kranken- und Betreuungspersonal? Für die werden zum Dank Kerzen in die Fenster gestellt, Hofkonzerte gemacht und Beifall geklatscht. Die Grünen fordern Gutscheine. Fordern ist gut, und wo Hilfe nötig ist, muss diese auch möglich sein. Aber Maß und Ziel. Es wird ein Corona-Elterngeld gefordert. Wie wurden Politiker und Partei verlacht, die bei Koalitionsverhandlungen oder in Landesparlamenten eine finanzielle Unterstützung forderten für die Mütter, welche ihre Kinder selbst zu Hause erziehen wollen. Herdprämie und ähnliche böse Worte sind gefallen – zählt heute alles nicht mehr.

Thomas Schwitteck

Neubeuern

Die vielfältigen Fragen, sogar von Fachärzten und Professoren immer nur als Verschwörung und Radikalismus einzuordnen, wird das Problem nicht lösen. Was mir in dieser Diskussion komplett fehlt, ist die geistige Auseinandersetzung. Da scheint ja in unserem Abendland, das seine großen Errungenschaften dem christlichen Fundament verdankt, absolut Ebbe zu sein. Bei allen großen Bedrängnissen haben die Menschen gerade da Hilfe erhofft und erhalten. Jedem „Maria hat geholfen“ an der Altöttinger Kapelle ist ganz sicher eine große Bitte an die Muttergottes vorausgegangen. Brauch’s nicht mehr, haben wir ja (noch) alles selber im Griff. Das bisserl, was bisher noch war, wird auch noch vielfach abgesagt. Ich wäre ja schon zufriedener, wenn die geistige Seite dieser Tage wenigsten gleichwertig behandelt würde. Wieso reichen überall 1,5 Meter Abstand, in Kirchen aber müssen es zwei Meter sein? Wa rum wurde bisher noch zu keiner Talk-Show ein Vertreter eingeladen, der diese Seite beleuchtet? Zuversicht, Hoffnung, Vertrauen haben ganz sicher auch Einfluss auf ein intaktes Immunsystem. Es ist müßig, zu diskutieren, ob Gott durch diesen Virus straft oder ihn „nur“ zugelassen hat. Wenn dieser Gott der Schöpfer von allem ist, dann wird er wohl auch da bestens Bescheid wissen. Wäre es da nicht mehr als vernünftig, mit dem einmal drüber zu reden, wie’s denn am klügsten weitergeht? Unglaublich für mich als Christ auch die Angst, dass bei der Kommunion oder gar von einer verwandelten Hostie eine Gefahr ausgehen könnte. Bedenken macht mir, weil eben das Entscheidende fehlt, die ständige Leier, dass ausschließlich ein Impfstoff das Problem lösen kann, eigenartigerweise einhergehend mit der kaum bekannten politischen Diskussion über die Abschaffung des Heilpraktikersberufes.

Anton Deuschl

Isen

Gott sei Dank haben wir in Deutschland Meinungsfreiheit! Wenn ich den Leserbrief von Herrn Pfannkuchen lese, frage ich mich, ob wir im gleichen Land leben? Nach welchem Maßstab bewertet er? Warum bringt er keine konstruktiven Gegenvorschläge? Um etwas beurteilen zu können, braucht man Fakten. „Alternative“ Fakten sind nicht angebracht. Dieses Virus ist neu. Es gibt weder Medikamente noch Impfstoffe. Aus Informationen des Robert-Koch-Instituts entnimmt man, dass die Fachleute ständig dazulernen. Das macht es schwierig, Entscheidungen für die Politik wissenschaftlich begründbar zu machen. Ähnlichkeiten mit anderen Coronaviren, neue aber noch nicht validierte Studien, interdisziplinärer Austausch, Modellrechnungen etc. sollen die Basis für eine Strategie bilden. Oberstes Ziel ist es, möglichst viele Menschen vor Ansteckung, Leiden und Tod zu schützen. Gleichzeitig sollte die Wirtschaft funktionieren. Da ergeben sich zwangsläufig Zielkonflikte. Bilder wie aus anderen EU-Ländern sind uns bisher erspart geblieben. Die Intensivbetten sind nur zu einem Teil ausgelastet. Seien wir doch froh über nicht ausgelastete Intensivstationen – man stelle sich eine Überbelegung vor. Ärzte müssten vor Ort entscheiden, wer künstlich beatmet werden soll und wer nicht. Die Wirtschaft, bis auf wenige Ausnahmen, ist angeschlagen. Nie wurden so hohe Hilfsprogramme in so kurzer Zeit verabschiedet. Das Geld muss zurückgezahlt werden. Freiheitsrechte sind zurzeit eingeschränkt. Ich vertraue unserem Rechtsstaat und unseren Parlamenten (außer einer Partei), dass diese Beschränkungen wieder aufgehoben werden. Die Entscheidungsträger haben unter Berücksichtigung der Umstände ausgewogen gehandelt. Ich bin froh, in Bayern/ Deutschland zu leben!

Arnold A. Kuttruff

Rosenheim

Corona hält uns alle weiterhin in Atem. Die Einschränkungen für die Wirtschaft, insbesondere natürlich für Kleinbetriebe und den Mittelstand, sind gewaltig. Es werden Grundrechtsbeschränkungen beschlossen, die die Freiheit der Bürger in noch nie gekanntem Maße einschränkt. Es stellt sich die Frage, ob dies in dieser Form eigentlich gerechtfertigt ist. Ich glaube, dass der Schaden, der durch diese Maßnahmen angerichtet wird, wesentlich größer ist, als durch das Virus selbst. Ich halte es für einen gravierenden Fehler, dass bei den ganzen Diskussionen und Beratungen immer nur die gleichen Protagonisten zu Worte kommen, die dann noch permanent ihre Meinung ändern. Wie sollen auf so einer Grundlage plausible Entscheidungen getroffen werden können? Mir fehlt hier eine kontroverse Diskussion mit Fachleuten die eine andere Meinung als unsere Regierung vertreten. Diese werden jedoch völlig ignoriert. Dass jeder, der eine andere Meinung vertritt, nun sogar als Verschwörungstheoretiker abgekanzelt wird, ist nicht akzeptabel. Auffallend ist auch, dass gerade die Personen (wie Politiker, Virologen, Journalisten, Professoren), die keine Einkommensverluste zu beklagen haben, für diese einschneidenden Maßnahmen votiert haben. Wenn ich mir überlege, dass noch vor rund vier Monaten über die Grundrente und deren Finanzierung von zwei bis drei Milliarden Euro heftigst gestritten wurde. Nun kann der Staat Gelder, die schon in den Billionenbereich gehen, verteilen. Eine offenbare wundersame Geldvermehrung. Keiner hat sich jedoch bisher die Frage gestellt, wer das bezahlen soll.

Hubert Stephan

Gstadt

Man nehme aktuell eine gesteigerte Menge CoronaTests und schon steigen die Ansteckungsraten, schließlich hat man (dank mehr Tests) ja mehr Menschen mit Infektionen gefunden. Einfach toll, wie die uns verrechnen. Die Angst mit den Ansteckungsraten sind wieder einmal kritisch hochge-„kocht“. In der Robert-Koch-Küche wird fleißig in der Angst gerührt, denn nur so wird die Zwangsimpfungssuppe schmackhaft. Bitterkräuter, wie die gegenüber den Vorjahren geringeren Grippetoten, stören.

Manfred Jung

Neubeuern

Ich habe bereits vor Wochen unseren Ministerpräsidenten, den Kultusminister und den Vorsitzenden der Freien Wähler wegen der großen Belastung der Familien aufgrund der Schul- und Kitaschließungen angeschrieben. Ich denke, für die Maßnahme zum 16. März konnten die Eltern noch Verständnis aufbringen. Es hieß zunächst, dies soll noch bis Ende der Osterferien sein, was schon fünf Wochen entsprach. Spätestens danach hätten die Eltern gefragt werden müssen, ob eine weitere Betreuung zu Hause möglich ist. Wenn Schularbeiten per E-Mail an die Familien versandt werden, hätte auch hier eine E-Mail-Anfrage durchgeführt werden können. Die Eltern wurden vor vollendende Tatsachen gestellt. So wird sicherlich das eine oder andere Grundschulkind Stunden allein zu Hause sein, da die Eltern beide berufstätig sind und nicht jeder Homeoffice machen kann. Sicherlich gibt es auch Eltern, die meinen, die Schulen öffnen zu früh und ihr Kind könnte erkranken oder den Virus in die Familien tragen. Jedoch wäre für Familien, die keine Betreuung für ihre Kinder haben, ein Angebot wichtig, auch wenn sie nicht in einem systemrelevanten Beruf tätig oder alleinstehend sind. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz hat erklärt, dass in ihrem Bundesland jeder, der es nötig hat, eine Notbetreuung bekommt. Wenn ich höre, dass der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die das Notprogramm in Anspruch nimmt, in seiner Schule allein ist, wäre Kapazität für weitere Notfälle vorhanden. Wollen wir hoffen, dass auch benachteiligte Kinder die gleichen Chancen haben und nicht für die gesamte Schulzeit abgehängt werden.

Maria Setz

Schechen

Zum wiederholten Male sieht man auf Fotos Politiker in Gruppen eng beieinanderstehen, ohne Schutzmaske. Selbst Annegret Kramp-Karrenbauer holt vom Flughafen Politiker ab, bis auf zwei Fotografen hatte keiner einen Mundschutz. Da kommt man sich auf den Arm genommen vor, seine Kinder, Enkelkinder und Freunde sollte man wochenlang nicht treffen. Doch die Politiker stehen mit Bekannten und Fremden ungeschützt zusammen. Entweder haben die ein Mittel gegen Corona, oder wir werden für dumm verkauft .

Irmgard Gartmeier

Bad Aibling

Das Bild der „Coronawolke“ wird in den Köpfen hängen bleiben mit Angst und Verunsicherung, ohne dass der weitere Text gelesen wird: „Es ist unklar und ganz entscheidend vom Empfänger und seiner Empfänglichkeit abhängig, welche Virenmenge notwendig ist, um sich zu infizieren.“ Erklären wir den Menschen, dass Viren uns von der ersten Lebensstunde bis zum Tod begleiten. Wir leben mit ihnen und wir werden weiter mit ihnen als krankmachende Zellpiraten leben müssen. Gibt es ein Leben ohne Risiko? Ich denke nein! Oder doch? Vielleicht in völliger Selbstisolation mit Schutzkleidung, Helm und Maske. Wollen wir so ein Leben? Wollen wir eine Welt, in der auf unbeschränkte Zeit alle größeren sozialen Zusammenkünfte untersagt bleiben? Wir haben durch sinnvolle Maßnahmen, wie das Verbot von Ansammlungen größerer Menschenmengen, die Ausbreitung des Sars-Virus massiv verlangsamt. Warum vertrauen wir jetzt nicht da rauf, in dieser Phase relativ zügig zum normalen Leben zurückzukehren, auch ohne einen Impfstoff? Es bleibt unklar und unsicher, ob uns in absehbarer Zeit ein wirksamer und sicherer Impfstoff zur Verfügung steht. Soziales Leben und wirtschaftliche Aktivität wird auch mit diesem Virus in unserer Mitte möglich sein. Robert Koch hat einmal gesagt: „Das Bakterium/Virus ist nichts, der Wirt ist Alles.“ Wir sind der Wirt. Es kommt auf uns an, wie wir leben, uns ernähren, uns verhalten. Es kommt auf uns an, besser als bisher Hygiene zu beachten, mit Infekten daheim zu bleiben, die Ausbreitung zu kontrollieren und nachzuverfolgen. Vertrauen wir wieder uns, ohne Angstszenarien eines Robert-Koch-Instituts mit Prof. Wieler (Veterinär und Tierseuchenexperte)!

Dr. med. Dieter Wirsing

Oberaudorf

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