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Zweifel an der Notwendigkeit neuer Trassen

Im Juli protestierten in Rohrdorf rund 2500 Menschen gegen den Neubau von Bahntrassen. Thomae

Leserbrief zur Berichterstattung über die Ausbaupläne für den Brennerbasistunnel-Zulauf (Berichte im Regionlateil und Leserbriefe):

Herr Strickner klärt uns in seinem Leserbrief auf, warum wir unbedingt den Brennerbasistunnel samt Zulaufstrecken brauchen und alle Prognosezahlen viel zu niedrig sind: Wegen der Neuen Seidenstraße. Danke, offenbar funktioniert Chinas Propagandamaschine bestens! Hier eine chinesische Zukunftsvision bzw. ein deutscher Albtraum: Auf dem Seeweg gelangen Güter, deren Fertigung unter chinesischem Preisdruck in Europa unrentabel geworden ist, von China nach Italien und werden auf tausende Waggons verladen, die durchs Inntal gen Norden rattern. Zusätzlich fahren chinesische Güterzüge auf dem Landweg nach Europa, ein Teil davon über Salzburg durchs Inntal südwärts. Wir erhalten staatlich subventionierte Solarmodule, garantiert abhörsichere Antennen für das 5G-Netz sowie bekanntlich schadstoffarme Produkte wie Kleidung und Kinderspielzeug. Auch sind wir heilfroh über die Lieferung von Millionen Fahrzeugbatterien, da sich inzwischen weltweit fast alle Lithium- und Kobaltbestände in chinesischer Hand befinden. Leider kann der alpenquerende Straßengüterverkehr trotz Neubautrasse nun doch nicht auf die Schiene verlagert werden: China hat an das klamme Italien gegen Zusicherung von Trassenkapazitäten Kredite für die Fertigstellung des Brennerbasistunnels und des Südzulaufs vergeben und das Frachtterminal in Verona übernommen. Die großen italienischen Häfen sind an China verpachtet. Österreich plant nun einen zweiten Tunnel und fordert ein fünf und sechstes Gleis durchs Inntal von Bundesverkehrsminister Pilsinger (Nachfolger von Bundesinnenminister Scheuer), der umgehend vordringlichen Bedarf anmeldet. Weil die neuerlichen Milliarden-Investitionen in den Nordzulauf Deutschland finanziell überfordern, bedanken wir uns bei China für dessen selbstlose Kredite sowie die Übernahme der DB Netz AG und der Transportsparte des zerschlagenen DB-Konzerns.

Dr. Frieder Storandt

Neubeuern

„Traue keiner Umfrage, die du nicht selbst manipuliert hast“, würde Churchill wohl heutzutage sagen. Man könnte auch folgende Fragen stellen: Möchten Sie neben den neuen Gleisen wohnen? Freuen Sie sich auf die nötigen Bauarbeiten in Ihrer Gemeinde? Üblich ist ein erhebliches Überschreiten der Kosten bei Bahnprojekten. Möchte Sie schon vorab etwas spenden? Wunder oh Wunder, dreimal ein klares Nein bei 100 Prozent der zehn befragten Freunde von mir. Bis 2038 (angeblicher Beginn der Nutzung einer Neubaustrecke) wird der gesamte Bahnverkehr auf den „alten“ Gleisen laufen müssen. Was spricht dagegen, schon jetzt täglich einfach mal fünf Güterzüge mehr nur mit Lkw oder Containern beladen fahren zu lassen? Wäre ja nicht verboten, oder? Habe aber auch fünf Spediteure angefragt, ob sie mir mit dem Zug Heu für meine Pferde nach Brannenburg liefern würden. Auch hier: ein 100 prozentiges Nein, nicht möglich/nicht sinnvoll/nicht bezahlbar. Alles klar?

Hans Lampert

Brannenburg

Jeder Bürger im Raum Rosenheim, der glaubt oder hofft, der Bau einer neuen Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel würde für die Bevölkerung eine Entlastung des Straßenverkehrs zur Folge haben, ist schlicht mangelhaft informiert. Über die geplante Neubaustrecke werden laut DB 80 Prozent Güterverkehr und 20 Prozent Personenfernverkehr abgewickelt. Hier will man künftig Waren und Güter über den sogenannten Scan-med-Korridor zwischen Hamburg und Genua transportieren, die aktuell noch per Schiff vom Mittelmeer aus über den Atlantik und die Nordsee sowie umgekehrt umgeschlagen werden. Also nicht eine Entlastung der Autobahnen ist die Folge, sondern zusätzlich zum bestehenden Verkehrsaufkommen eine enorme Belastung durch den Bahnverkehr im Inntal und dem gesamten Rosenheimer Raum. Auf Infoveranstaltungen hat der Projektleiter der DB, Torsten Gruber, sogar bestätigt, dass sich der Lkw-Verkehr nicht verringern wird. Wenn Ende 2019/Anfang 2020 festgelegt ist, wo die neue Bahntrasse verlaufen soll, wird die Forderung vieler gutgläubiger Menschen nach einer Untertunnelung an den unverhältnismäßig hohen Baukosten, den vorhandenen Trinkwasserströmen und den geologischen Gegebenheiten sehr schnell scheitern. Die Bahn bzw. die Politik hat es in der Vergangenheit schon versäumt, durch finanzielle und logistische Maßnahmen den Güterverkehr attraktiver zu gestalten. Warum sollte sich daran in Zukunft etwas Gravierendes ändern. Der Bau dieser Hochgeschwindigkeits-Strecke ist für mich ein reines Prestige- Projekt, dass den Personenfernverkehr nach Italien attraktiver machen soll. Für unserere Heimat hingegen wird sich kein einziger Vorteil ergeben. Vielmehr bedeutet dieses Projekt einen unwiederbringlichen Verlust an Lebensraum, eine Zerschneidung der Landschaft, Verlust des Wohnwertes und Verschwendung unserer Steuergelder.

Martin Grießer

Bürgerinitiative „Wasen

nicht ver-brenner-n“

Rosenheim

Die zitierte Ahnungslosigkeit über den Transverkehr von Salzburg nach Kufstein/Innsbruck liegt hier deutlich bei Matthias Dangl. Die Verkehrsberater Vieregg und Rössler wurden am 7. November 2016 im Verkehrsausschuss des Bundestages zum Bundesverkehrswegeplan 2030 angehört. Ich zitiere: „Für die Neubaustrecke (München -)Grafing-Kiefersfelden liegt noch keine positive Bewertung vor. Doch ohne positive Bewertung kann dieses Projekt nicht in den vordringlichen Bedarf aufgenommen werden und wenn dies gemacht würde, wäre dies ein ungeheuerlicher Vorgang.“ Trotz dieses Hinweises von Sachkundigen auf den schwerwiegenden Fehler in der Planung wurden der Bundesverkehrswegeplan sowie das Bundesschienenwegeausbaugesetz verabschiedet. Ihr Wunschdenken ist verständlich, doch wäre es in diesem Fall sinnvoller, in den S-Bahn-Einziehungsbereich von München umzusiedeln. Rosenheim wird niemals eine S-Bahn/Stadt-Umland-Bahn im Zehn- oder 15-Minuten-Takt haben, da bereits im Jahre 2014 Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer dem eine klare Absage erteilt hat. Die Bundesregierung hat in der Beantwortung der kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen festgestellt, dass 2030 die Strecke für den Brenner Nordzulauf zu 70 Prozent ausgelastet sein wird. Somit ist kein Engpass gegeben. Ebenso ist damit die Frage nach dem Bedarf geklärt, es gibt keinen. Solange das Verkehrsministerium kein Konzept wie Alpentransitbörse vorlegt, wird sich für den Landkreis Rosenheim, was den Lkw-Verkehr betrifft, nichts ändern, auch keine zwei Neubaugleise. Dies wäre dann der absolute Gau für den gesamten Landkreis Rosenheim. Solange diese Ungeheuerlichkeiten bestehen und die Bürgerinitiativen keine Antworten auf ihre Fragen vom Verkehrsministerium bekommen ist das Potenzial für ein zweites Stuttgart 21 gegeben. Wie sagte doch Bahn-Chef Lutz am 20. April 2018 so schön: „Heute würde man Stuttgart 21 nicht mehr bauen“.

Brigitte Englhart

Bürgerinitiative

„Pro Riedering – brenna tuats“

Riedering

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