Zweifel an der Corona-App

Zum Bericht „Die Corona-Warn-App ist endlich da“ auf der Weltspiegel-Seite:

Als Angehöriger der Corona-Risikogruppe warte ich auf entscheidende medizinische Durchbrüche, aber wenigstens auf die lange versprochene Warn-App für die Mobiltelefone. Und doch beschleichen mich inzwischen Zweifel, was die Anwendung eigentlich bringen kann. Im Normalfall lässt sich ein verantwortungsbewusster Mitbürger, der Symptome verspürt, testen, oder er gerät unter eine Testpflicht, weil beispielsweise die stationäre Aufnahme im Krankenhaus bevorsteht. Bei positivem Bescheid wird Quarantäne angeordnet. Er hält sich da ran. Für seine Mitbürger und ihre appbewehrten Mobiltelefone ist er – weil in Quarantäne – damit verschwunden.

Ein anderer Fall ist die sogenannte Dunkelziffer, also Menschen, die keine Symptome verspüren oder trotz Symptomen einem Test aus dem Weg gehen. Mangels QR-Code oder Prüfziffer vom Gesundheitsamt kann ein solcher Mensch, wenn er denn seine Mitmenschen wenigstens warnen möchte, appmäßig nicht aktiv werden. Sein Mobiltelefon kann zwar die App laden, den wichtigen Infizierten-Status aber nicht aufbauen. Das Fatale ist, dass eine Begegnung nicht als gefährlich erkannt wird und man als App-Bewaffneter weiterhin, diesmal aber fälschlicherweise, glauben darf, sich in coronafreier Umgebung bewegt zu haben.

Wichtig sind auch der Zeitpunkt des Kontakts und die vorgesehene Dauer der Kontaktspeicherung. Vor zehn Tagen kann man einem gesunden Menschen nahegekommen sein, der vor fünf Tagen das Pech hatte, positiv getestet zu werden. War er am Tag zehn symptomfrei infiziert oder nicht? Man fragt sich, in welchem „klassischen Fall“ die App helfen soll. Vielleicht habe ich auch einfach nur etwas nicht richtig verstanden? Aber wozu die Aufregung, für das I-Phone benötigt man das Betriebssystem IOS 13.5, das sich auf meinem I-Phone S6 nicht mehr installieren lässt.

Norbert Vogel

Schechen

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