Zuschuss für Gutverdiener

Zum Bericht „Gesundheitsministerium plant Hilfen für Zahnärzte“ (Politikteil):

Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten sollen 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss erhalten. Zahnärzte dagegen sollen 90 Prozent der Vergütung aus 2019 erhalten. Sie können am Jahresende 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten.

Das würde bedeuten: Die Gruppe der Physiotherapeuten… erhält ein Viertel der Vergütungen aus 2019. Die Zahnärzte jedoch 90 Prozent der Vergütungen aus 2019. Sobald die Zahnärzte in 2020 mehr als zehn Prozent der letztjährigen Vergütungen erreichen, hätten sie damit in 2020 mehr Geld in der Kasse als in 2019 (Einnahmen von 2020 plus Corona-Zuschuss). Bezogen auf diesen Überschuss müsste dann schon vom Corona-Zuschuss zurückbezahlt werden – jedoch nur 70 Prozent des zu viel bezahlten Zuschusses. Sprich: Die Gewinne der Zahnärzte würden 2020 aufgrund Corona-Zuschuss noch höher werden.

Wenn es sich um keinen Aprilscherz handelt, müssten dagegen die Personen der anderen Heilberufe schauen, wo sie bleiben: Sie würden nur 25 Prozent der letztjährigen Vergütung erhalten. Zusätzlich agieren sie im Schnitt in einer anderen Einkommensliga als die Zahnärzte. Wer wie die Zahnärzte verdient, kann sich auch entsprechende Rücklagen bilden. Das ist bei Menschen mit Normaleinkommen so nicht gegeben. Kann es sein, dass man die wesentlich Vermögenderen unterstützt, ihren Gewinn noch zu erhöhen – während die weniger Vermögenden selbst kämpfen müssen, damit es weitergeht? Oder ist das doch so, weil Lobbyisten bestimmen, was gemacht wird?

Jürgen Böhm

Kolbermoor

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