Zukunft Elektro-Autos?

Noch hapert es an der Lade-Infrastruktur für E-Autos.
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Noch hapert es an der Lade-Infrastruktur für E-Autos.

Zu „E-Antrieb keine echte Alternative zum Verbrennungsmotor (Leserbrief von Dr.

Gerd Hieber):

Es wird darüber berichtet, dass im vergangenen Jahr „vor allem mehr Elektroautos auf die Straßen gekommen“ sind. Ich kann mich über den Hype auch aus finanziellen Gründen nicht freuen. Die Zuschüsse und Steuerbefreiung für E-Autos kosten den Staat viele Milliarden Euros, die von Steuerzahlern, die diese „Speckjäger“-Prämien nicht nutzen können oder wollen, aufgebracht werden müssen. Nachhaltig und sozial ist daran jedenfalls nichts. Im Übrigen wird man die Welt damit nicht retten, was folgende Zahlen verdeutlichen: Der Kfz-Bestand Ende 2020 in Deutschland beträgt 48 Millionen Fahrzeuge, davon sind 0,3 Prozent reine E-Fahrzeuge und 1,1 Prozent Hybrid-Fahrzeuge. In der Weltstatistik dürfte die E-Mobilität noch deutlich weniger ins Gewicht fallen.

Ulrich Huber

Staudach-Egerndach

Herr Dr. Hieber sollte die Zahl von 160 000 Kilometern vergessen: Sie ist überholt. Zum Thema Kobalt (wird aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen) ist zu bemerken, dass vom Kobalt aus dem Kongo nur 20 Prozent unter prekären Bedingungen gefördert wird. Übrigens war im Jahr 2018 das meiste Kobalt in Batterien der mobilen Geräte (Handy, Fotoapparate) verbaut und nicht in E-Autos. Noch bevor sich durch die steigende Zahl von E-Autos der Kobalt-Bedarf bis 2030 verdreifachen wird (BDI-Prognose), dürfte der Bedarf hinter dieser Prognose deutlich zurückbleiben, da bereits heute der größte E-Autohersteller Batterien (fast) ohne Kobalt einbaut. Übrigens meldete eine amerikanische Firma, dass sie beim Recyceln alter Batterien ein Nickel-Kobalt-Hydroxid mit 99,9 Prozent Reinheit erzielt. Das Recyceln der Batterien wird außerdem zukünftig wohl erst dann nötig, wenn das zweite(!) Auto – mit derselben Batterie – verschrottet wird: Lebensdauer einer neuartigen Li-Batterie über eine Million Kilometer (Meldung aus China).

Zu guter Letzt sollte jeder Ingenieur inzwischen wissen, dass nur der Elektroantrieb die nötige Energieeinsparung (bei gleichzeitiger CO2-Vermeidung) sicherstellen kann. Die Stromversorgung des Elektroantriebs durch Wasserstoff mit Hilfe von Brennstoffzellen wird nur in begrenztem Umfang sinnvoll sein (Langstrecken-Lkws, Eisenbahn, Kurzstrecken-Flugzeug).

Professor Dr.-Ing.Bernhard Liesenkötter

Rosenheim

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