Ziegel schlägt Holz

Zum Bericht "Massive Argumente für Bauen mit Holz":

Beim Bauen mit Holz sollte man wissen, dass die in Ihrem Artikel als modernen und das "Klima schützend" beschriebenen "Holzhäuser" nur zu etwa 20 Prozent aus Holz bestehen. Die restlichen 80 Prozent sind Dämmstoffe (zum Beispiel künstliche Mineralfasern, Polystyrolplatten), Kunststoff-Folien, Gipskartonplatten, OSB-Platten, Spanplatten, Klebebänder und so weiter.

Wärmetechnisch ist der Baustoff Holz leider nur Mittelmaß. Er besitzt eine Wärmeleitzahl von 0,13W/m2K. Moderne Baustoffe wie Leichthochlochziegel erreichen Werte bis 0,07W/m2K. Das heißt: Eine einschalige Ziegelwand ohne Außendämmung dämmt annähernd doppelt so gut wie eine massive Holzwand. Wollte man ein Holzblockhaus aus reinem Nadelholz ohne Dämmstoffe bauen, bräuchte man 70 Zentimeter starke Außenwände. Ein Ziegelhaus erreicht den gleichen Wärmeschutz mit 36,5 Zentimetern. Die Baukosten für ein "Holzhaus" sind in der Regel rund 20 Prozent höher als bei einem Ziegelhaus, die Kosten für die Brandversicherung ebenso. Instandhaltungskosten und Bauschadensanfälligkeit dieser "modernen" Leichtbaukonstruktionen sind wesentlich höher als bei Massivbauten - das wird in den amtlichen Bauschadensberichten des Bundesbauministeriums regelmäßig festgestellt. Und die von Mark Twain gelobten "Holzhäuser" in den USA wurden und werden von den jährlichen Herbst-Hurrikans regelmäßig vom Winde "verweht".

Kurzum: Bei der größten Investition im Leben einer Bauherrenfamilie, dem Bau eines Einfamilienwohnhauses, ist die einschalige massive Ziegelwand immer noch Spitzenklasse. In Südbayern werden etwa 80 Prozent der Neubauten in Massivbauweise erstellt.

Hermann Brugger

Raubling

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