Zerstörung Dresdens nicht instrumentalisieren

Zum Bericht „Steinmeier: Die Gefahren sind bis heute nicht gebannt“ (Politikteil):

Anlässlich der Erinnerung an die Zerstörung Dresdens durch alliierte Bombenangriffe vor 75 Jahren brachten die OVB Heimatzeitungen einen dpa-Bericht, in dem die Gedenkrede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Dresden zusammengefasst ist. Steinmeiers Anliegen war es, aus den historischen Vorgängen in Deutschland die angemessenen Schlüsse für ein friedliches, demokratisches Zusammenleben zu ziehen. Im Vergleich zu der ausgewogenen Rede Steinmeiers ist im dpa-Bericht, bei aller zugestandenen Kürzung, eine Verschiebung der Redeabsicht zu erkennen, wobei es heißt: „Rechtsextreme missbrauchen den Tag regelmäßig für ihre Zwecke.“ Von „Rechtsextremen“ hat Steinmeier nicht gesprochen. In seiner Rede heißt es, dass die Geschichte der Luftangriffe viel zu lange „ideologisch zugerichtet und politisch vereinnahmt“ wurde. Selbstverständlich gibt es im Umkreis des Dresdner Gedenkens Rechtsextreme, aber auch, im dpa-Bericht nicht erwähnt, Linksextreme. Schon seit Jahren missbrauchen Linksextreme öffentlichkeitswirksam das Dresdner Gedenken, angefangen von Pöbeleien über Sitzblockaden bis hin zu Gewalt gegen Personen und Sachen. Heuer kam es auf dem Heidefriedhof zum Eklat, als eine von der Stadt Dresden geplante, würdige Gedenkveranstaltung durch Linksextreme gestört wurde. Es erschallten Parolen wie: „Nie wieder Deutschland“ – „Täter/innen sind keine Opfer“ – „Gedenken abschaffen“, Polizei musste eingreifen. Der Bundespräsident aber sagte: „Wer das Leiden der Menschen, der Bomben opfer in dieser Stadt ignoriert oder bagatellisiert ... oder Gesten der Trauer ins Lächerliche zieht, auch der wird der Geschichte nicht gerecht, und auch er verhöhnt die Opfer.“

Peter Müller

Waldkraiburg

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland auferlegt, alliierte Kriegsverbrechen nicht anzuklagen. Aber warum muss denn nun unser Bundespräsident in aller Welt selbst angebliche deutsche Kriegsverbrechen derart anprangern? Er behauptet, die deutsche Luftwaffe hätte den Bombenkrieg gegen Zivilisten begonnen und nennt Guernica im spanischen Bürgerkrieg und Warschau zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Dabei handelte es sich in Spanien um die Zerstörung einer strategisch wichtigen Brücke. Einige Bomben haben dabei ihr Ziel verfehlt (ungeübte Piloten) und leider einige Wohnhäuser getroffen. Warschau war zum Zeitpunkt des Luftangriffs heftig umkämpfte Frontstadt (ganz anders als Dresden), und auch hierbei galten die Bomben militärischen Zielen. Selbst in England regt sich heute die öffentliche Meinung gegen einen Bombenkrieg gezielt gegen die Zivilbevölkerung, wie in Hamburg und Dresden. Insgesamt starben bei uns im Bombenhagel bekanntlich über 500 000 Menschen, vorwiegend Frauen und Kinder! Muss unser Bundespräsident dafür die Alliierten „entschuldigen“, indem er Deutschland die Schuld zuweist? Kein Staatsmann der Welt würde öffentlich sein eigenes Volk derart beschuldigen.

Paul A. Rohkst

Kolbermoor

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