Zeit für eine Umstellung?

Die Zeitumstellung ist nach wie vor heiß diskutiert. dpa
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Die Zeitumstellung ist nach wie vor heiß diskutiert. dpa

Zum Leserbrief von Sabine Urgibl zum Thema Zeitumstellung: „Thema ist völlig wurscht“:

Frau Urgibl ist zuzustimmen. Nicht nur die Quote der Europäer, die für die Abschaffung gestimmt haben, ist dramatisch niedrig, sondern auch die damit verbundenen Kosten immens. Und in Anbetracht globaler Reisen und Schichtarbeit schreibt sie zu Recht, dass wir an dieser Stelle vielleicht ein wenig weniger empfindlich sein sollten – zweimal im Jahr! Ich und viele meiner Freunde genießen jedenfalls die zusätzliche helle Stunde am Abend.

Zudem sollte sich Jean-Claude Juncker, der dieses Thema maßgeblich vorangetrieben hat, einmal fragen, ob es im Sinne der Vereinheitlichung von Regeln und Normen innerhalb der EU sinnvoll ist, jedem EU-Mitglied auch noch die freie Entscheidung über die Wahl von Sommer- oder Winterzeit zu überlassen. So kann eine Reise nach Spanien theoretisch durch vier bis fünf Zeitzonen führen – ein Unding!

Klaus-Dieter Ruske

Aschau

Jedes Frühjahr und jeden Herbst das gleiche Thema: Zeitumstellung! Und die EU ist nicht in der Lage, auf das Votum der Bürger, zugegeben einer Minderheit, zu reagieren. Man schiebt es auf die lange Bank und überlässt es den jeweiligen EU-Ländern, ob und wann die Zeit umgestellt wird. Dümmer geht’s nimmer!

Schichtarbeit ist eine anstrengende Arbeit und der Gesundheit nicht gerade förderlich, aber sie ist nicht nur erlaubt, sondern auch nötig. Hier sollte man zum Beispiel an Ärzte, Pfleger in Krankenhäusern und Pflegeheimen, an Arbeiter am Hochofen, in chemischen Betrieben und viele andere Berufe, in denen abends und nachts gearbeitet werden muss, denken.

Die Zeitumstellung in Deutschland und in Europa hatte nicht den erhofften Erfolg, nämlich Energie-Einsparung, gebracht, war also überflüssig und hätte nach einem Jahr wieder abgeschafft gehört. In der EU hatten 508 Millionen Bürger die Möglichkeit abzustimmen. Das Quorum war aber ausreichend. Leider war die Entscheidung der EU-Kommission nicht salomonisch, sondern dumm.

Sollte die Normalzeit, also die „Winterzeit“, wieder eingeführt werden, was ich sehr hoffe, ist es mir und wohl den meisten der 13 Millionen Bayern völlig wurscht, ob es im Biergarten eine Stunde früher dunkel wird. Die angeblich längere Helligkeit ist Selbstbetrug.

Aber die „Winterzeit“ ist die normale biologische Uhr der Menschen und der Nutztiere und dient damit der Gesundheit allgemein. Wissenschaftler, Professoren und Ärzte weisen auf die Risiken der dauernden Zeitumstellung hin. Daran sollte und muss sich die Politik orientieren.

Holger Mairoll

Kolbermoor

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