Wer zahlt, schafft an!

Zum Artikel „ÖPNV: Das Ringen nimmt Fahrt auf“ (Regionalteil):

Es ist auch an der Zeit, dass endlich um ein gutes ÖPNV-Netz im Landkreis gerungen wird. Und dazu ist der vorliegende Nahverkehrsplan eine gute Ausgangsbasis. Dort wird unter anderem festgestellt, dass das Schienennetz im Landkreis das Rückgrat für den ÖPNV darstellt. Konsequenterweise werden die Busverbindungen dem untergeordnet. Die Busse übernehmen die Aufgabe, die Fläche zu erschließen, und für gute Verbindungen zum Schienennetz zu sorgen. Natürlich sind auch Querverbindungen als Buslinien vorgesehen. Daraus folgt aber auch, dass die Busunternehmer sich nicht mehr die Rosinen, also die aus ihrer Sicht lukrativen Verbindungen und Zeiten, nach Belieben heraussuchen dürfen. Die Busse müssen regelmäßig, mindestens stündlich, fahren, auch in den Abend hinein. Und sie müssen die nächsten Haltepunkte der Regionalzüge so anfahren, dass die Bahnanschlüsse bedient werden.

Um solch ein Bus-System zu etablieren, muss der Landkreis die benötigten Busverbindungen ausschreiben, und sich Unternehmer suchen, die dazu bereit sind, diese Leistungen zu erbringen. Ich bin mir sicher, dass die regionalen Busunternehmer mit großer Sympathie genommen werden, sofern deren Angebot passt. Wenn der Landkreis bereit ist ein gutes Nahverkehrsangebot finanziell zu unterstützen, so sollte er auch die Regeln festlegen: Wer zahlt, schafft an!

Auch der Landkreis muss seine Hausaufgaben machen: Diese sind im Nahverkehrsplan beschrieben. Ein wichtiger und nicht so einfacher Punkt dürfte es sein, zu einem Tarifverbund zu kommen. Bei den Bussen wird diese Bedingung sicher Teil der Ausschreibungen sein. Aber wer bewegt den Meridian dazu, sich einem solchen Tarifverbund anzuschließen? Hier muss die bayerische Staatsregierung helfen, die ja die Regionalzüge mit Kilometergeld unterstützt, und Druck auf den Betreiber Meridian ausüben.

Dr. Willi Messing

Bad Aibling

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