Wunschdenken

Zum Bericht "Die Kirche erreicht die Menschen nicht mehr" (Im Blickpunkt):

"Schafft sich die Katholische Kirche ab?" fragt Herr Thomas von Mitschke-Collande in seinem Buch ängstlich - als Katholik "durch und durch". Er hat - wie viele andere auch - Angst davor, seine "Glaubensheimat" zu verlieren. Seine Betrachtungsweise ist also zutiefst emotional und subjektiv. Er lässt sich von religiösem Wunschdenken leiten. Vielleicht war er ja als junger Mensch Ministrant oder in der katholischen Jugend aktiv und betrachtet nun diese Zeit im Rückblick mit nostalgischer Verklärung, was ihn dazu führt, sich als eine Art Nothelfer "seiner" krisengeschüttelten Kirche aufzuspielen.

Ob sich Herr von Mischke-Collande wohl vorstellen kann, dass es Menschen gibt, welche die Kirche umgekehrt aus einer rationalen und objektiven Perspektive betrachten? Menschen, welche vom Gegenteil seiner "Grundthese" überzeugt sind, nämlich dass man seine Kirche heute weniger denn je braucht oder eigentlich gar nicht mehr? Denn: "Es ist mit Priestern und Göttern zu Ende, wenn der Mensch wissenschaftlich wird." Was F. Nietzsche vor über 100 Jahren als religiösen Entwicklungstrend erspürt und vorhergesagt hat, wird heute mehr und mehr Realität.

Der massive Priestermangel, die schwindenden Kirchenbesucher und die vielen Kirchenaustritte deuten daruf hin, dass es mit dem Christentum langsam, aber sicher zu Ende geht. Nichts auf Erden währt ewig!

Ulrich Kretzschmar

Prien

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