Wulff hat seine Unschuld verloren

Zur Diskussion um Bundespräsident Wulff (Berichte im politischen Teil):

Spaßig ist die Sache mit den Wulff'schen Kochbüchern ja schon und durchaus geeignet, im Volk Verwirrung zu stiften. Wenn dann auch noch ein leibhaftiger Marmeladenfabrikant seine pappigen Finger mit im Spiel hat, lässt sich der Unterhaltungswert kaum mehr steigern. Derlei Grenzüberschreitungen verärgern allemal. Doch das ganze mediale Gezerre um einen ehemals ganz passablen Landespolitiker gerät mir einfach entschieden zu geldlastig. Etwas anderes treibt mich um, nämlich seine gesellschaftspolitischen Ziele!

Kaum Schlossherr in Berlin, wird er unvermittelt von den eigenartigsten Visionen heimgesucht. Nach der „bunten Republik“ gelüstet es ihn – bisher lediglich ein Herzensanliegen der linksgrünen Truppe. Seine Unschuld ist ihm meines Erachtens abhanden gekommen, seit er trotzig den Begriff „Deutsche“ aus seinem Wortschatz tilgt. Weiß der Mann denn überhaupt, bei wem er zuvorderst in der Pflicht steht? Da rächt sich wieder einmal der windelweiche Konservativismus seiner geistigen Ziehmutter im Kanzleramt. Ein Traumpaar hat sich da gefunden, zwei wahrhaft stattliche Säulen der Christdemokratie.

Hans Patsch

Edling

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