Würdige Gedenkfeier für KZ-Opfer

Zu "Erinnerung als Aufgabe für alle" im Lokalteil:

Im Fasching an einem Freitagabend in Mühldorf einen neuen Gedenktag zu installieren ist wahrlich ein tapferes Unterfangen. Den Orts-Grünen um Bernard Wagner und Dr. Georg Gafus ist es aber tatsächlich gelungen, am KZ-Friedhof an der Ahamer Straße eine würdige Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus abzuhalten - und sie waren nicht allein. Selbst wenn einige Kommunalpolitiker von anderen demokratischen Parteien aus nachvollziehbaren Termingründen nicht teilnehmen konnten: Die Veranstaltung am 27. Januar wird, wie es der frühere Bundespräsident Roman Herzog schon 1996 vorgeschlagen hat, nun wohl auch in Mühldorf alljährlich ein couragiertes Zeichen gegen Rassismus und menschenverachtende rechte Weltanschauung setzen. Der Initiator des "Neumarkter Friedenstags", Reinhard Schmidt von den Neumarkter Grünen, und die SPD haben schon seit 1985 deutlich gemacht, dass regelmäßige Gedenkveranstaltungen gegen Naziverbrechen wichtig für unsere Gesellschaft sind, vor allem auch für junge Leute. Es ist schon erstaunlich, was sich in den letzten Wochen in Mühldorf - am Stadtplatz und in den Schulen - tut. Nach der erfolgreichen Demo gegen rechtsextremistische Gewalttäter aus ganz Bayern hat das Thema verstärkt auch den aktuellen Unterricht erreicht. Das Bunkergelände in Mettenheim, die KZ-Friedhöfe in Mühldorf und Neumarkt werden jetzt wohl anders wahrgenommen.

Fried Schmidt

Mühldorf

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