Wo sind die Umladebahnhöfe?

Landwirte nehmen in Rosenheim mit Traktoren an einer Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf teil, während im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens zum Brenner-Nordzulauf vorgestellt werden.
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Landwirte nehmen in Rosenheim mit Traktoren an einer Demonstration gegen den Brenner-Nordzulauf teil, während im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim die Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens zum Brenner-Nordzulauf vorgestellt werden.

Zu „Brenner: Noch viele offene Fragen“ (Leserbriefe) und zu „Brenner-Nordzulauf: Belastbare Zahlen müssen endlich her“ (Kommentar von Norbert Kotter (Regionalteil):

Dem Kommentar von Norbert Kotter zum „Brenner-Nordzulauf“ ist nichts hinzuzufügen. Wir sollten uns in Geduld fassen. Und so lange der „kleine Doktor“ damit beschäftigt sein wird, die „Honorare für die Mautfirmen“ zu suchen, wird ohnehin kein Geld für den Nordzulauf zur Verfügung stehen. Nicht ganz klar ist mir, was Sie mit „belastbaren“ Zahlen meinen. Sind es die Baukosten? Die violette Variante ist meines Erachtens die „angenehmste“ und auch teuerste – und deshalb wird sie vermutlich kaum Realität werden. Aber besonders hat mich überrascht und entsetzt, dass laut Skizze die Stadt Rosenheim bei den verschiedenen Varianten (außer Bestandsstrecke) außen vor bleibt. Sehe ich das richtig? Ich vermute deshalb, dass die „farbigen Varianten“ ohnehin nicht ernst gemeint sind, sondern die „Bestandsstrecke“ bleibt. Welche Funktion dann die Verknüpfungsstelle zwischen Raubling und Brannenburg haben soll, ist mir schleierhaft.

Jürgen Engelhardt

Stephanskirchen

Das eigentliche Problem ist doch die notwendige Verlagerung des Lkw-Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Warum spielt diese Frage aber derzeit gar keine Rolle? Es heißt doch, dass die Bestandsstrecke noch eine Kapazität von weiteren 100 Zügen pro Tag hat. Nach meiner laienhaften Rechnung wären das 100 Züge mit je mindestens zehn Güterwaggons. Wenn auf jeden Waggon zwei Lkw oder Container passen, wären das pro Tag 2000 Lkw, die weniger auf der Inntalautobahn unterwegs wären. Wo sind aber nun die Verladerampen für so viele Lkw und Container? Hat die Bahn denn mindestens die 1000 Waggons bereit? Schon vor einem Jahr hieß es, dass der Bahn über 40 Lokführer fehlten. Das sind doch alles Probleme, die Vorrang hätten bei der Planung der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene im Inntal. Wie steht es aber damit? Werden wir nur an der Nase herumgeführt?

Paul A. Rohkst

Kolbermoor

Der Autobahnminister (pardon: Verkehrsminister) muss aufpassen, dass ihm die Brenner-Strecke nicht so auf die Füße fällt wie die Maut. Die Neubaustrecke braucht er für seine Vision der ICE-Strecke München-Verona. Dann also ab Berlin durchgehend. Nur: Jenseits der Tiroler Grenze geht es zweigleisig weiter. Die Strecke ist samt Tunnel weitgehend fertiggestellt. Wert wird dabei von unseren Nachbarn darauf gelegt, dass der Güterverkehr auf die Schiene kommt. Das verträgt sich nicht mit Scheuers Plänen. Er ahnt es wohl schon, baut daher fleißig die Autobahnen in Bayern aus. In Wörgl steht ein leistungsfähiger Umladebahnhof. Den vermisst man in Bayern auch. Das Thema Blockabfertigung ab Kufstein könnte man leicht lösen: Den Vorschlag der Korridormaut aufnehmen und diese einführen. Die Umleitungsfahrten der Speditionen aus West und Nord würden entfallen, die Strecke über die Schweiz ist kürzer, der jetzt billigere Umweg durch das Inntal würde sich nicht mehr lohnen. Aber dafür müsste man sich mit einer starken Lobby anlegen. Wie es auch ausgeht: Einem Minister von Söders Gnaden kann nichts passieren.

Walter Schreiber

Feldolling

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