Wissenschaftlich ungenau

Zum Bericht „Verdanken wir Blitzen das Leben?“ (Weltspiegel):

Der Autor schreibt hier, dass Blitze angeblich das Element Phosphor „entstehen“ lassen. Das ist im besten Fall ungenau dargestellt. Solche Verkürzungen naturwissenschaftlicher Sachverhalte führen dazu, dass Menschen dann auch an einen Einfluss der Beleuchtungszustände des Mondes auf die Wirksamkeit von Reinigungsmitteln glauben, oder an einen Kometeneinschlag samt Tsunami am Chiemsee.

Wissenschaftliche Tatsache ist, dass alle Elemente schwerer als Beryllium (Ordnungszahl 4 im Periodensystem) durch Kernfusion in Sternen oder durch Supernovae entstehen. Wir und unser Universum bestehen also im wörtlichen Sinn aus Sternenstaub. Irdische Blitze – so wie im Artikel beschrieben – können allenfalls eine Verbindung, in der bereits Phosphor enthalten ist, in eine andere umwandeln. Zudem ist Phosphor als Element instabil und kommt daher auf der Erde ausschließlich in gebundener Form vor.

Ulrike Munninger

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