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Windkraft bleibt Reizthema in Bayern

Windenergieanlagen und die „Verspargelung“ von Landschaften – ein Thema mit hohem Konfliktpotenzial.
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Windenergieanlagen und die „Verspargelung“ von Landschaften – ein Thema mit hohem Konfliktpotenzial.

Zum Bericht „Kommt ein Windkraft-Boom in Bayern?“ (Bayernteil):

„Bayern wird ein Boomland für Windkraft“ meint Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, und mich schaudert es bei dem Gedanken an die gewollte Verspargelung unserer Heimat.

Wer im Herbst nach der Hopfenernte durch die Hallertau fährt und die endlosen Reihen abgeernteter Hopfenstangen sieht, der kann sich in etwa eine Vorstellung machen von dem, was noch auf uns zukommt. Und ob sich die sich auf dem 3500 Tonnen schweren Betonsockel eines in vier Metern Tiefe befestigten Windrades sonnenden Eidechsen wirklich so wohl fühlen, wie der Wirtschaftsminister uns glauben machen will, ist fraglich.

Und was, möchte man Herrn Aiwanger fragen, ist mit unseren Singvögeln, die auf den Riesenrotorblättern dieser Windräder bestimmt keine Nester bauen und sich ausruhen können? Und was mit Specht und Waldkauz, die nun keinen der ihnen als Wohnung dienenden Baum mehr vorfinden?

Vor Jahren gab es das wunderschöne Lied von Alexandra, in dem die – leider viel zu früh verstorbene – Sängerin den Tod eines Baumes besingt, ja beklagt. Niemals hätte man damals gedacht, dass eine solche Vergewaltigung des Waldes Zustimmung finden würde.

Denn jeder, der schon einmal den Transport eines Windrades an seinen Standort beobachtet hat, wird die Argumente der Windkraft-Gegner vollumfänglich verstehen. Und verstehen, dass es deswegen bereits Protest auf bayerischer Seite gibt, wie wir kürzlich auf unserem Weg von Thüringen (wo es kaum Windräder gibt) nach Bayern beobachten konnten.

Slogan: Energie ist erneuerbar, Heimat nicht.

Karin Stöttner-Lüdtke

Bad Aibling

Bereits im Jahr 2013 wurde mit dem Energiekonzept „Energie innovativ“ die Errichtung von 1000 bis 1500 Windkraftanlagen angekündigt, die bis 2021 etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs von Bayern decken und das Abschalten der Atomkraftwerke ausgleichen sollten. Die bayerische Staatsregierung und die CSU haben mit ihrer 10-H-Regelung erfolgreich verhindert, dass entsprechende Anlagen errichtet wurden. Damit wurde auch zur heutigen Stromkrise und den Strompreissteigerungen beigetragen und die beklagte Abhängigkeit von Norddeutschland geschaffen. Jetzt, fast zehn Jahre später, kündigt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den Bau von bis zu 1000 Windkraftanlagen an. Und Ministerpräsident Söder verkündigt das ehrgeizige oder großsprecherische Ziel, Bayern soll, natürlich früher als Bund und andere Bundesländer, bereits 2040 klimaneutral werden.

Dazu soll an der Salzach ein Wasserkraftwerk errichtet werden, was zur Zerstörung der freifließenden Salzach führen wird. Weiter soll die Fotovoltaik ausgebaut werden, die im Winterhalbjahr jedoch nur etwa 25 Prozent der Jahresleistung erbringt und bei der im Sommer wegen schwacher Stromnetze häufig große Solaranlagen vom Netz genommen werden. Bayernweit sollen ferner 50 Wasserstoffkraftwerke zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff errichtet werden.

Dessen Erzeugung benötigt eine kontinuierliche Stromversorgung und sehr viel Energie, die es mit den angekündigten Maßnahmen in Bayern nicht geben wird. Um die Klimaneutralität zu erreichen, muss mehr getan werden. Wind- und Sonnenenergie sind erheblich umfangreicher auszubauen. Das unpopuläre Energiesparen in allen Lebensbereichen ist wesentliche Voraussetzung zum Erreichen der Klimaneutralität.

Die notwendigen Anreize und Rahmenbedingungen dazu müssen geschaffen werden.

Peter Kasperczyk

Bernau

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