Wie die Brandstifter draußen halten?

Zur Berichterstattung über den Brand im Flüchtlingslager Moria und die Folgen für die Migrationspolitik (Politik):

Wenn CSU-Bundestagschef Alexander Dobrindt fordert: „Brandstifter dürfen nicht einreisen“, dann ist diese Aussage entweder grenzenlos naiv oder einfach bodenlos dumm.

Gisela Terla-Kolbeck

Wasserburg

Frau Angelika Graf nimmt in ihrem Leserbrief vom 26./27. September 2020 über die Flüchtlinge von Moria Stellung. Diese Flüchtlinge haben die ihnen kostenlos zur Verfügung gestellten Unterkünfte mutwillig angezündet. Dass Frau Graf die Zustände in Moria mit Srebrenica gleichsetzt, ist eine ungeheuerliche Beleidigung für die Hinterbliebenen der über 8000 dort ermordeten, beheimateten bosnischen Muslime. Und dass laut Frau Graf am Hunger in den Herkunftsländern der Flüchtlinge die Industriestaaten schuld sind, ist eine ideologisch-weltfremde Verdrehung. Der einzig wirkliche Grund von nahezu allen Hungersnöten auf der Erde ist die jeweilige Überbevölkerung.

1967/68 hatte ich als Entwicklungshelfer (Ingenieur) für ein Taschengeld in Afrika (Kenia) gearbeitet. Damals hatte das Land etwa acht Millionen Einwohner. Bereits 2018 waren es mit 51 Millionen über sechsmal so viele. Deutschlands Frauen haben 2019 im Schnitt 1,5 Kinder zur Welt gebracht. In Afrika sind es durchschnittlich 4,7 Kinder pro Frau, wobei es in Nigeria 5,5 und in Niger 7,3 Kinder sind. Am 16. September berichtete die „taz“ über einen ugandischen Fischer, der am Victoriasee durch die auch von den Abwässern seiner Familie verursachten Überwucherung des Sees mit Wasserlilien nicht mehr genügend Fisch für seine drei Frauen und 15 Kinder fischen kann. Wird Frau Graf nun großmütig („Refugees Welcome!“) wenigstens von einer Frau des Fischers fünf Kinder bei sich aufnehmen, um deren Hungersnot zu lindern? Ob Frau Grafs „Meinung“ repräsentativ ist, mögen die OVB-Leser beurteilen, die sich erinnern, dass Frau Graf bei der Bundestagswahl 1994 nur 19 Prozent der Wählerstimmen erhalten hat. Vier von fünf Rosenheimern hatten damals schon andere Meinungen.

Hans Kürner

Rosenheim

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